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Die Handy-App Yatse: Eine TV-Fernbedienung für das kostenlose Mediencenter Kodi

Kodi ist ein kostenloses Mediencenter, welches man auf Smart-TVs wie auch auf Tablets, Computern und Laptops installieren kann. Durch die vielen Plugins lassen sich dann z. B. TV-Programme, Youtube-Videos, lokale Filme und vieles mehr streamen – eine Internetverbindung voraus gesetzt. Das beste: Mit der App „Yatse“ kann man durch diese Inhalte anhand von Listen bequem mit dem Smartphone navigieren bzw. zum Abspielen auf dem TV aktivieren. Außerdem lassen sich Inhalte an Kodi „casten“.

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Sicherlich erinnern Sie sich noch an das gute alte TV-Gerät, wie es viele Jahrzehnte in den Wohnzimmern stand: Man hatte eine feste Anzahl an Programmen, welche man mit einer Fernbedienung durchklicken konnte. Heute sind viele Fernsehgeräte zusätzlich zu diesem Prinzip durchaus auch Computer: Auf ihnen läuft ein Betriebssystem mit Internetanschluss und man kann dieses durch „Apps“ frei erweitern.
Ich selbst besitze keines dieser sogenannten „Smart-TV-Geräte“. Doch mit dem kostenlosen Mediencenter „Kodi“ kann man jeden Computer in einen Empfänger für Internet-Angebote machen – mit visuell attraktiver Menüsteuerung. Auch Kodi lässt sich über viele Addons nachrüsten. So nutze ich z. B. ein Mediatheken-Addon für Inhalte von u. a. Arte und Phoenix. Dieses Mediencenter kann man auch auf kompatiblen Smart-TVs installieren bzw. mit allen Plugins betreiben. Man kann Kodi auch gleich direkt auf das Handy laden, was aber ob des kleinen Bildschirms eher wenig Sinn ergibt, für Tablets dann schon eher. Auch für Windows und Mac gibt es die Freeware.
Kodi Fernbedienung Yatse
In diesem Artikel jedoch soll es um etwas anderes gehen: Ich steuere Kodi ganz bequem mit meinem Handy vom Sofa aus! Und: Ich wähle die Inhalte zunächst am Bildschirm des Handys aus, klicke sie an (bzw. reihe sie ein) und dann erst brauche ich wieder nach vorne zum Monitor schauen, wo sie abgespielt werden. Außerdem kann ich externe Inhalte (z. B. Videos von Websites oder aus der Youtube-App) direkt an Kodi schicken – also einen sogenannten Cast aktivieren.

Diese Handy-Fernbedienungs-App ist zudem noch für andere Mediencenter-System nutzbar. Kompatibel ist Yatse außerdem zu „Plex“ und „Emby“. Doch ich nutze das kostenlose Kodi, eben weil es für sehr viele Systeme frei verfügbar- und weil es durch die sehr vielen Addons ganz nach Geschmack erweiterbar ist.

Kodi mit dem Smartphone fernsteuern und Inhalte am Handy durcklicken

Dabei spielt es keine Rolle, inwiefern das Gerät, auf dem das Mediencenter installiert ist, Fernbedienungen unterstützt: Kodi selbst tut es und zwar über das hauseigene W-LAN. Sie benötigen also als Voraussetzung einen Router mittels welchem Ihr Smartphone verbunden ist und auch der Computer / Smart TV, Laptop, Spielkonsole, … worauf auch immer Ihr Kodi läuft. Meine Lieblingsapp zum Fernbedienen ist Yatse. Yatse gibt es für Android-Smartphones, jedoch offenbar nicht für das Iphone.

ein Router des Typs FritzboxHinweis: Damit sich die verschiedenen Geräte „unterhalten“ können, müssen sie sich im selben Netzwerk befinden. Ich nutze den bekannten Router „FritzBox“, wo man in den Einstellungen bequem alle eingeloggten Handys, Smart-TVs, Computer, usw. (über den Browser) administrieren kann: Diese angeschlossenen Netzwerkgeräte  müssen aufeinander zugreifen können und man sollte den Router so einstellen, dass jedes Gerät eine feste „IP-Adresse“ erhält.
Alternative zum W-LAN bzw. Router: Sie erstellen am Handy einen Hotspot und verbinden Kodi (bzw. das „Wirt-System“) mit diesem „Mini-Netzwerk“. Dann kann man das Mediencenter auch ohne Router steuern. Doch Obacht: Es bezieht die Daten für Streams dann direkt über Ihr Handy-Datenvolumen.

Die „offizielle“ App für Kodi heißt jedoch „Kore“. Dies ist jedoch (soviel ich testen konnte) eine reine Fernbedienung. Das heißt: Man navigiert mit dem Handy, muss aber stets nach vorne auf den Bildschirm kucken. Das klassische Prinzip einer Fernbedienung eben. Das gefiel mir gar nicht. Denn schließlich hat doch so ein Smartphone ebenfalls ein kleines (in diesem Sinne) „Hilfsdisplay“, aber kaum haptische Knöpfe. Ich wünschte mir eine Fernbedienungs-App für Kodi, bei welcher ich auf dem Handy-Display navigieren kann und erst nach dem Aktivieren des jeweiligen Inhaltes wieder zurück auf den großen Monitor schauen muss.

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Yatse ist also in der Lage, jegliche Inhalte, welche sich in Ihrer Kodi-Medienbibliothek befinden, abzurufen und auch auf dem Smartphone anzuzeigen. Dies können zum einen natürlich die lokalen Dateien sein (Filme, MP3-Sammlungen) wie auch – und dies finde ich interessanter – alles, was die vielen Plugins bereit stellen bzw. aus dem Internet saugen: Auf dem obigen Bild sehen Sie sehr schön die Inhalte des Kodi-Addons „Southpark“. Ich kann mittels Yatse die ganzen Staffeln durchklicken und mir auf dem Display des Handys eine Folge aussuchen, die ich dann abspielen werde: Nach einigen Sekunden startet dieser Film dann auf dem großen Monitor, welcher an dem Gerät hängt, auf dem Kodi installiert ist.

Normale Fernbedienung

Natürlich bietet Yatse auch eine „normale“ Fernbedienung:

die Kodi-Fernbedienung von Yatse

Hier steuern Sie das Mediencenter, ohne dass dessen Inhalte auf dem Display zur Auswahl erscheinen. Es ist dann eine ganz normale Fernbedienung (up / down, laut / leise, zurück zum Bildschirmmenü, Ausschalten, usw.). Dies kann das kostenlose Kore jedoch genau so gut. Für die Navigationsfunktion direkt auf dem Handy muss allerdings die Pro-Version von Yatse freigeschaltet- bzw. erworben werden. Die wenigen Euros (wie viel genau weiß ich leider nicht mehr) waren es mir aber wert: Ich kann so durch meine Mediatheken direkt auf dem Smartphone browsen und brauche hierzu nicht ständig hoch zum Bildschirm schauen. Die Pro-Version kauft man am besten direkt über Yatse selbst. Im Google-Playstore ist sie teurer. Insbesondere das Streamen vom Handy hin zu Kodi kann nur die kostenpflichtige Version.

Kodi-Einstellungen für die Fernbedienung

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Um Kodi jedoch über das Wifi-Netz fernsteuern zu können, müssen Sie in dessen Menü einige Einstellungen vornehmen. Ich schrieb ja bereits, dass bei Ihnen zu Hause ein W-LAN-Netz existieren muss und dass sowohl das Handy wie auch das Gerät, auf dem Kodi läuft, in eben diesem Netz eingeloggt sein müssen (sie brauchen einen W-LAN-Router, in welchem aktiviert sein muss, dass alle angeschlossenen Teilnehmer untereinander kommunizieren können).
Nun geht man in die Einstellungen von Kodi selbst (Zahnrad-Symbol) und dann auf: Dienste → Steuerung. Hier aktiviert man „Steuerung über HTTP erlauben„. Ich habe bei mir auch „Fernsteuerung durch Anwendungen dieses Rechners erlauben“ sowie „Fernsteuerung durch Anwendungen anderer Rechner erlauben“ aktiviert. Unter „UPnP / DLNA“ und „Airplay“ hatte ich auch alles frei gegeben. So genau weiß ich – zugegeben – nicht, was das alles heißen soll. Aber mein Kodi ist nun empfangsbereit für alle Signale aus dem Heimnetz, also insbesondere für die meines Handys, auf welchem Yatse waltet. Yatse erkennt dann auch meinen Kodi und loggt sich entsprechend ein.

Kodi ohne App über den Browser fernsteuern

Kodi per Browser fernsteuern

Wenn Sie keine externe App installieren möchten, dann können Sie Ihren Kodi auch über den Browser des Smartphones fernsteuern! Hierfür bietet das Mediencenter seit einigen Versionen bereits einen integrierten Webserver an! Sie müssen auf dem Handy nichts extra installieren:

Auf diesem Screenshot meines Handys sehen Sie den Browser (ich nutze Firefox). Aufgerufen wurde eine spezielle Seite mit der seltsamen Adresse „192.168.178.26:8090“. Dies ist die sogenannte „IP-Adresse“ meines eigenen Mediencenters im lokalen Netzwerk. Sie müssen also jene IP-Adresse wissen, deren Nummer Sie z. B. über die Routerkonfiguration erfahren können (Netzwerkverbindungen). An diese Nummer hängen Sie dann noch „:8090“ an (mit dem Doppelpunkt). Das ist der sogenannte Port, unter welchem dieses Web-Interface von Kodi über jeden Browser im lokalen Netzwerk erreichbar ist. Der Computer, auf welchem Kodi installiert ist besitzt auch einen Browser? Dann brauchen Sie an diesem zum Testen des Web-Interfaces nur „localhost:8090“ aufrufen und das Web-Interface sollte auch ohne IP-Adresse erscheinen (Kodi muss dabei freilich laufen). Für alle anderen, externen Geräte im Netzwerk muss jedoch die IP-Adresse von Kodi davor gewählt werden.

Damit das Web-interface (es nennt sich „Chorus“) jedoch erscheinen kann, muss es zunächst in der Systemsteuerung (Zahradsymbol) aktiviert werden. Dies sind genau die Schritte, die im vorherigen Absatz erläutert wurden. Unter „Web interface“ sollte man „Chorus2“ auswählen und diese Änderungen abspeichern.

Auf meinem Screenshot befinde ich mich gerade im Addon „Netzkino“. Es greift auf die Server von Youtube zu, denn Netzkino bietet dort legal viele Spielfilme zum streamen an. Auch mit dem Web-Interface Chorus kann ich also in solchen Listen bequem über das Smartphone stöbern und entsprechende Filme aktivieren, dass sie auf meinem Kodi abgespielt werden. Außerdem gibt es noch eine Fernbedienung, ähnlich wie bei der App „Kore“ oder eben wie bei „Yatse“. Allein: Die Bedienung im Browser erfolgt bei mir etwas holprig und mehr verzögert als über eine richtige Remote-App. Zudem lassen sich unter Chorus offenbar keine Favoriten abrufen bzw. speichern. So gut das Kodi-Webinterface auch ist, Yatse gefällt mir da schon besser – allein deswegen schon, da ich damit Inhalte vom Smartphone direkt an den Monitor streamen kann. Das Web-Interface nutze ich eigentlich nur vom PC, wenn ich das Handy nicht zur Hand habe.

Kodi und Yatse in der Praxis

Für das Mediencenter Kodi gibt es diverse Plattformen. Einige Leute nutzen es offenbar auf einer Spielkonsole (Xbox), andere auf dem Smart-TV und nicht wenige haben es einfach auf ihrem Windows- oder Mac-Laptop installiert. Immer kann man Kodi mittels Smartphone und App (Kore oder eben Yatse) fernsteuern, wenn sich das Handy im selben W-LAN-Netz befindet. Unter Yatse gibt es zudem die Möglichkeit, das Handy auch ohne Wifi als Fernsteuerung zu nutzen, und zwar über das normale GSM-Signal. Dann muss aber eine VPN-Verbindung zum Router bestehen oder auf dem Kodi-Rechner muss ein DNS-Service laufen. Das ist aber recht kompliziert und ich möchte nicht näher auf diese Geschichten eingehen. Eine weitere Möglichkeit, Kodi ohne WLAN vom Handy steuern zu können, ist das Aktivieren eines „Hotspots“ über das Smartphone. Damit generiert man ein „Mini-WLAN“ mit dem Smartphone als Router. Mit diesem Netz muss sich dann Kodi (bzw. der Computer / Smart-TV, worauf es läuft) verbinden. Das Handy ist ja bereits damit verbunden. Nun wird allerdings das Datenvolumen des Mobilfunkvertrages als Internetquelle genutzt. Also Obacht, wenn man ein begrenztes Volumen besitzt und mittels Kodi streamen möchte.

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Die meisten Leute werden sicherlich durch ihren Internet-Provider eine „Routerbox“ bekommen habe, auf der sich alle Geräte einloggen können. Dies ist der einfachste und beste Weg.

Ich selbst betreibe Kodi auf meinem „Raspberry Pi“, welcher an meiner FritzBox hängt:

ein Raspberry Pi Computer

*Der Minicomputer "Raspberry Pi" verwandelt jeden Monitor mit HDMI-Eingang in einen Smart-TV! Installiert man das Mediencenter "Kodi", so kann man auf eine unendliche Anzahl an Internet-Streams zugreifen und diese per Handy fernsteuern. Idealerweise kauft man den Raspi günstig im Set, z. B. über Amazon.

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Der Raspberry Pi ist ein Minicomputer, welcher in der Basisversion gerade einmal ca. 35 Euro kostet. Hinzu kommt dann noch das Gehäuse, Kabel, Netzgerät, SD-Karte, Kühler. Ich kaufte mir seinerzeit gleich ein Komplettpaket mit Kabeln und Adaptern. Im einfachsten Fall kann man Kodi direkt auf dem Raspi installieren (z. B. mit der Basis „OSMC“ als unsichtbares Betriebssystem darunter). Angeschlossen ist bei mir mein Computermonitor. Schon wurde dieser durch den kleinen Raspberry in einen „Smart-TV“ verwandelt. Da ich den Raspberry jedoch auch als zweiten „normalen“ Computer nutze (Browser, E-Mail, Textverarbeitung, Drucken), läuft bei mir ein „normales“ Betriebssystem („Raspbian“) und ich starte Kodi als normale Anwendung, wie man sie auch unter Windows startet.
Sowohl der Raspberry wie auch mein Handy befinden sich – dank konfigurierter FritzBox – im selben lokalen Netzwerk. Beide haben hier eine feste (interne) IP-Adresse zugewiesen bekommen und können sich folglich unterhalten. Will sagen: Ich kann den Raspberry Pi (bzw. das dort installierte Kodi) drahtlos mit dem Handy (per App oder Browser) steuern:

Cast: Lokale Inhalte an Kodi senden

Eine ganz wunderbare Funktion bietet die Pro-Version von Yatse: Ich nutze auf dem Handy gerne die Youtube-App. Damit kann man – Sie wissen es freilich – Youtube-Videos auf dem Smartphone ansehen bzw. Kanäle und Vorschläge durchforsten. Jetzt kommt’s: Tippe ich hier auf „Teilen“ und dann auf „Abspielen im [Yatse-] Mediencenter“, dann wird das Video nicht auf meinem kleinen Handybildschirm abgespielt, sondern – Sie ahnen es – auf dem großen Monitor! Ja, ich war ganz verblüfft, als ich diese Funktion zum ersten Mal ausprobierte. Genau so können weitere Videos „eingereiht“ werden, welche dann als nächstes (in Kodi) abgespielt werden.
Dieses „casten“ funktioniert übrigens auch von manchen Websites, die Sie auf dem Handy bequem vom Sofa aus aufrufen – auch, und dies nur am Rande, von nicht ganz jugendfreien.

Und natürlich können Sie so nicht nur Internet-Inhalte senden: Sie können freilich auch lokale Videos oder Musik mittels der Teilen-Funktion vom Handy direkt auf den großen Monitor / Fernsehen streamen. Ganz einfach. Auch mit Bildern funktioniert dies.

TV schauen und durch die Kanäle klicken

Grundsätzlich bietet Kodi über die sogenannte „PVR-Funktion“ die Möglichkeit, viele, ganz viele Fernsehsender über simple Listen über das Internet empfangen zu können. In Deutschland jedoch sind viele dieser Online-TV-Sender gesperrt. Hier helfe ich mir mit einem Addon: „Zattoo“. Ich habe bei diesem Dienst einen kostenlosen Account und kann somit immerhin die öffentlich Rechtlichen TV-Sender übers Internet schauen. Auch einige andere (Viva, N24, Tele 5, …) sind dabei. Das ganze lässt sich mit einem Kodi-Addon einspeisen. Mittels dem Smartphone bzw. mittels der App „Yatse“ klicke ich dann durch diese Sender:

TV-Sender in Kodi

Ein „Zappen“ ist hier zwar möglich, das dauert aber immer etwas. Ich tippe die einzelnen Sender an und sie laufen dann nach je ca. drei Sekunden. Dieses Prinzip ist wesentlich eleganter als das ursprüngliche: Mittels den Tastatur-Navigationsttasten direkt am großen Bildschirm vorne im Kodi-Menü herum klicken.
Kurioserweise wird bei mir auf diese Art keine Werbung zwischen die Kanäle geschaltet, wie es bei der normalen Zattoo-Anwendung der Fall ist. Auch bei dem eingangs demonstrierten „South-Park“ Addon kommt keine Werbung mehr.

Lautstärketasten des Handys nutzen

Was ich ebenfalls sehr praktisch finde, ist, dass man die Lautstärke des Kodi-Mediencenters zusätzlich auch über die beiden Tasten am Handy ändern kann! Dies muss in den Optionen von Yatse eingestellt werden. Ist die App aktiv und tippt man auf die Lautstärketasten, dann ändert man nicht etwas die Lautstärke des Smartphones – Nein, man kann mit diesen physischen Tasten wie bei einer richtigen Fernbedienung den Ton des Mediencenters steuern.

Plugins nutzen

Plugins bzw. Add-ons machen aus einer Standardlösung ein individuelles Mediencenter. Ich schaue z. B. gerne Dokumentationen und habe hier mehrere Addons im Kodi installiert:

Addons in Kodi

Mittels Yatse (welches die installierten Add-ons auslesen- bzw. auf mein Handy übertragen kann) klicke ich mich dann durch die einzelnen Rubriken und wähle den entsprechenden Film direkt auf dem Display meines Handys aus. Ich muss hierzu nicht ständig auf den Monitors meines Raspberry Pi schauen. Ein weiteres interessantes Plugin für Kodi ist z. B. „Netzkino“. Hier wird der Youtube-Kanal angezapft und man hat alle Filme kategorisiert bequem auf dem Smartphone-Display in langen Listen mit kleinen Bildchen zur Auswahl. Dann tippt man einen an und nach wenigen Sekunden startet die Wiedergabe am großen Bildschirm.
Natürlich lässt sich der Film dann auch vor- und zurückspulen, pausieren oder zu den Favoriten hinzu fügen:

Favoriten nutzen

Yatse besitzt eine eigene Favoriten-Funktion, welche unabhängig der vom Kodi-Mediencenter ist und bequem am Handy aufgerufen werden kann. Man kann jegliche Inhalte zu den Favoriten hinzufügen bzw. diese später schnell aufrufen:

die Favoriten des Mediencenters

Die günstigsten Fire-Tablets von Amazon kosten ungefähr so viel wie einmal Schwarzfahren, bieten dabei aber eine Leistung wie vergleichsweise teurere Konkurrenzprodukte. Auf Amazon selbst kann man sich natürlich einen Eindruck der Produktpalette dieser günstigen Tablets verschaffen.

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Ich nutze speziell Unterordner einiger Addons als Favoriten. So interessiere ich mich weniger für die Tierfilme im Arte-Plugin, wohl jedoch für Geschichtsdokumentationen darin. Also speichere ich einen Unterordner in meinen Yatse-Favoriten und nicht das Addon selbst. Auf diese Weise lässt sich schnell eine Übersicht über bevorzugte Inhalte erstellen, welche man dann schnell mittels Smartphone bzw. der App auswählen- und abspielen lassen kann.
Übrigens: Sie können die kodi-internen Favoriten (von denen Sie vielleicht bereits eine Menge haben) auch in die Yatse-Favoriten importieren.

Lokale Medien-Inhalte

Bisher war immer nur die Rede von Internetangeboten. Kodi kann natürlich auch lokale Datenträger bzw. deren Inhalte (Videos, Musik, Bilder) verwalten. Und eine Fernbedienungs-App wie Yatse kann auch hier mit dem eigenen Dateibrowser darauf zugreifen:

lokale Musikinhalte

Hier lasse ich mir gerade die Musik, sortiert nach Interpreten, auf der SD-Karte meines Raspberry Pi anzeigen. Freilich können so auf dem Smartphone auch die Inhalte von an dem Mediengerät angeschlossene Festplatten angezeigt werden. Man kann dann ganze Ordner abspielen oder einzelne Dateien. Wichtig ist mir hierbei, dass ich diese Ordner bequem vom Handy aus „durchforsten“ kann. Ich muss also nicht ständig parallel zum großen Bildschirm glotzen.

Sleep-Timer von Kodi aktivieren

Zuletzt noch soll eine Funktion vorgestellt werden, die ich selbst häufig nutze: Den Sleep-Timer des Kodi-Mediencenters. Liege ich abends im Bette und schaue mir einige Folgen von z. B. Southpark mittels dem entsprechenden Kodi-Plugin an, dann wird mir rasch müd. Mittels der Fernbedienung lässt sich dann der integrierte Sleep-Timer (Abschaltmechanismus) aktivieren:

Aktivieren des Sleep-Timers

Hier kann dann mittels der Tastatur des Android-Handys einfach eine Zeit eingetragen werden, nach welcher sich (in Minuten) Kodi ausschalten soll. Das Smartphone ersetzt hier also eine angeschlossene Tastatur.

Widgets

Yatse bringt einige nützliche Widgets aufs Smartphone. Diese „Widgets“ sind Programmverknüpfungen bzw. Programmfunktionen, welche sich direkt auf dem Homescreen, also auf dem Bildschirm direkt über dem Hintergrundbild befinden. Yatse stellt dazu mehrere bereit und ich nutze diese sehr gerne, denn so muss die eigentliche App für manche Aufgaben nicht mehr geöffnet- bzw. aufgerufen werden. So habe ich ein Widget der Fernbedienung direkt auf dem Homescreen platziert, mittels welcher ich durch die Kodi-Menüs navigieren kann. Auch eine „Play-Pause-Stopp-Leiste“ habe ich mir eingebunden und: Ein Menü mit meinen persönlichen Favoriten. Diese werden dann in einer scrollbaren Liste direkt in den Hintergrund des Android-Handys eingebunden. Widgets lassen sich zudem auch noch transparent darstellen. Perfekt!

Fazit

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Kodi ist schon ein tüchtiges Mediencenter, welches man jedoch zunächst ganz individuell (mittels Addons) für seine Bedürfnisse konfigurieren sollte. Richtig Spaß macht die Sache jedoch erst, wenn man es bequem aus der Ferne steuern kann. Hier gibt es für das Iphone oder für Android-Handys die offizielle App „Kore“. Sie stellt eine herkömmliche Fernbedienung dar, wie man sie in ihrer Funktionalität noch von alten TV-Geräten kennt.
Viel interessanter finde ich jedoch die Möglichkeit, Medieninhalte zuvor auf dem Display des Smartphones auswählen- bzw. durchstöbern zu können. Dies kann Kore offenbar nicht. Yatse in der Pro-Version kann dies jedoch. Auch das „Casten“ von anderen Quellen (z. B. Videos aus Internetseiten) vom Smartphone an den großen Monitor begeistert mich. Da ich Kodi ja auf dem kleinen Raspberry Pi laufen habe, nutze ich diesen auch als Musikbox: Der Monitor ist aus und ich navigiere durch meine MP3-Ordner auf dem Raspberry ganz bequem vom Handy aus bzw. spiele die Musik von diesem ab. Auch Internetradiosender (hunderte) lassen sich so einfach bedienen bzw. auswählen.
Leider dauert das Abspielen und „Holen“ der Video-Internetinhalte – je nach Addon – seine Zeit. Wenn man schon Zwangsgebühren an die öffentlich Rechtlichen Sender zahlen muss, dann sollten diese doch auch schnelle, offizielle Addons bereitstellen bzw. für eine entsprechende Server-Struktur sorgen. Aktuell läuft jedoch das Zattoo-Addon sehr schnell und flüssig.

Ärgerlich finde ich auch, dass die „Listen“ nicht lokal auf dem Handy gespeichert werden: Jedes Mal werden nach einem Neustart der Fernbedienungs-App die Inhalte neu „gezogen“. Das dauert dann. Gibt es hier vielleicht eine Option in den Einstellungen, dass diese gespiegelte Datenbank zunächst bestehen bleibt- bzw. manuell aktualisiert werden kann? Ich habe hierzu nichts gefunden.

Artikeldatum: 3.01.2018 / letzte Änderung: 11. Januar 2018

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2 Anmerkungen

Hinweis: Auch wenn in den Texten alles sehr förmlich gehalten ist: Ich bin durchaus ein Freund des Dus und freue mich über Kommentare.




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