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Eine Dynamo-Powerbank: Das Kurbelradio mit Taschenlampe und USB-Ausgang – Bringt das was?

Der Postmann brachte mir jüngst ein neues, kleines Radio: Es ist ein Kurbelradio. Das heißt, man ist damit mobil bzw. von einer Stromquelle unabhängig, da man es mittels einer Kurbel (bzw. einem Dynamo) selbst aufladen kann. Wichtig war mir dabei der USB-Anschluss, um das Handy laden zu können. Doch geht das überhaupt sinnvoll?

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Ich probiere ja immer wieder gerne neue Dinge aus. In puncto Handy interessiere ich mich insbesondere für alternative Stromquellen. Ich möchte auch mobil mit Energie versorgt sein, wenn der Vorzug einer Steckdose fehlt. So lade ich mein Smartphone auf dem Radel oder auch unterwegs Outdoor. Jetzt wurde mein Haushalt um ein neues Gerät erweitert: um ein Kurbelradio! Das Besondere: Es besitzt die Möglichkeit, auch das Handy via USB (bzw. Kurbeln) laden zu können.

Von diesen Dingern gibt es einige auf dem Markt. Ursprünglich wurden sie wohl für Entwicklungsländer entwickelt, damit man dort auch ohne Strom mit Informationen versorgt werden kann. Ich denke mir dabei, dass ein landesweiter, mehrtägiger Stromausfall auch hier im Westen nichts Unmögliches sein kann und bin hier gerne auf der sicheren Seite bzw. besitze einen gewissen Notvorrat. Bevor ich zum Punkt Laden des Smartphones mittels dem Dynamo komme, möchte ich noch auf das Kurbelradio (bzw. den ursprünglichen Sinn) eingehen:

Als Radio tatsächlich zu gebrauchen

mein kleines Kurbelradio

Mit solch einem Kurbelradio (mein Modell heißt „Degen DE13“, doch es gibt dies auch unter anderen Namen) kann man sich tatsächlich gut mit Informationen / Musik versorgen, ohne auf Batterien oder eine andere Stromquelle angewiesen zu sein! Bereits drei Minuten Kurbeln füllen den internen Akku so weit, dass man 22 Minuten Radio bei leise gestellter Lautstärke hören kann! Das hätte ich wahrlich nicht gedacht. Doch es funktioniert in der Tat: Ich ließ den internen Akkupack vollständig leer werden (nichts ging mehr). Anschließend kurbelte ich lediglich drei Minuten am Radio und es lief gemessen ganze 22 Minuten lang bei leiser (aber im Stillen gut hörbarer) Lautstärke. Der erste Test verlief also schon sehr positiv. Lädt man das Gerät mittels Muskelkraft länger auf, ist natürlich eine entsprechend höhere Laufzeit gegeben. Stellt man die Lautstärke höher, wird natürlich auch mehr Strom verbraucht. Die Kurbel besitzt einen gewissen Widerstand, da im Innern eine Übersetzung (ein Getriebe) verbaut ist. Nur so kann der integrierte Dynamo die nötigen, schnellen Umdrehungen zur autarken Stromproduktion erreichen. Man selbst kurbelt relativ gemächlich. Ich würde hier auch nicht wie ein Irrer drehen, denn immerhin hält man hier ein Gerät aus Plastik in den Händen. Dafür ist es sehr klein und leicht.

Integrierte Solarzelle

Weiterhin besitzt mein Kurbelradio eine interne Solarzelle. Auch sie lädt das interne Akkupack – mit Sonnenlicht. Dummerweise beginnen gerade wieder die dunklen Tage und ich kann hierzu derzeit keine Tests machen. Da das Radio selbst offenbar sehr wenig Strom benötigt (drei Minuten kurbeln), dürfte auch das Solar-Modul keine bloße Attrappe darstellen. Jedoch: Erfahrungen mit derlei kleinen Solarzellen haben immer ergeben, dass hierzu die Sonne zum Aufladen immer prall scheinen muss. Zwar leuchtet die grüne „CHA-Anzeige“ (Charging = Laden) auch bei schwachem Licht. Doch hier werden nur unzureichend viele Strömlinge fließen. Solar benötige ich bei diesem Radio nicht, wenn ich für ein Vielfaches dieser Strommenge nur wenige Minuten kurbeln muss.

*Dies ist eine der wenigen Solar-Powerbanks die tatsächlich funktionieren: Der Solar-Akku von RAVPower lädt sich wahlweise über die Sonne selbst (ca. 7% Handystrom pro Sonnenstunde) ohne unrealistische Angaben zu machen. Weiterhin kann man ihn natürlich auch mit Netzstrom aufladen. Bei Amazon kann man sich die sehr guten Bewertungen ansehen.

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Eingebaute Taschenlampe

Den meisten Sinn ergibt so ein Dynamo-Radio – Klar: in Notfallsituationen, also wenn es keinen geliebten Strom mehr gibt, an den man sich so gewöhnt hat. Und wo kein Strom, da auch abends bald kein Licht mehr. Statt nun im Dunkeln zu hocken und die letzten Kerzen zählen zu müssen, hat man mit solch einem Kurbelradio außerdem die Möglichkeit, mit wenig Muskelkraft bereits mehrere Minuten Licht zu haben. Denn es besitzt auch eine integrierte Taschenlampe. Das ist eine Funzel, keine Frage (die LED meines Handys ist heller). Aber immerhin kann man sich damit einigermaßen gut orientieren. So sah mein Test der Lampe aus: Ich kurbelte wieder drei Minuten. Vorher war der interne Akku wieder gänzlich leer. Eine ganze Stunde hatte ich danach Licht! Denn die drei internen LEDs verbrauchen äußerst wenig Energie. Nach der Stunde war die Leuchtkraft lediglich auf die Hälfte gesunken. Das konnte ich genau nachmessen, da ich einen sogenannten „Belichtungsmesser“ aus dem Fotobereich mein Eigen nenne. Trotzdem brannte das Licht auch noch nach der Teststunde. Auch hier war ich mit dem Ergebnis zufrieden.

Andere Geräte über USB laden

Jetzt kommen wir aber zu dem Punkt, worum es mir ursprünglich ging: Man kann mit dem Kurbelradio auch weitere USB-Geräte (z. B. ein Handy) aufladen – rein theoretisch.

Powerbank mit Dynamo

Wie eingangs ja erwähnt, könnte man das Radio auch als „mobiles Ladegerät mit Dynamo und integriertem Radio“ bezeichnen. Denn das Gerät besitzt einen herkömmlichen USB-Anschluss als Ausgang. Auf dem obigen Foto sehen Sie auch den internen Akkupack. Dieser lässt sich erfreulicherweise austauschen, wenn er mal an Kapazität verlieren sollte. Solche Powerpacks kann man mit dem passenden Stecker sicherlich im Modellbauhandel kaufen. Das Prinzip ist folgendes: Sie kurbeln am Dynamo, der Akkupack lädt sich dadurch auf (oder durch das Solarmodul). Anschließend kann man diese Energie zum Radiohören nutzen, für die Taschenlampe, oder: eben zum Laden eines Handys.
Das Dumme: Sie müssten an diesem mobilen Ladegerät eine Stunde und 30 Minuten lang durchgehend kurbeln, bis der interne Akku (Kapazität: 320 mAh) voll ist! Da ein modernes Smartphone jedoch eine Batterie mit dem Vielfachen der Kapazität besitzt, wie sie der Akku des Kurbelradios besitzt, müssten Sie insgesamt knapp 10 Stunden lang kurbeln, bis ein normaler Handyakku von ca. 2300 mAh voll ist. Das funktioniert so also nicht.

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Denn der Kurbeldynamo liefert freilich nur einen geringen Strom von ca. 300 mA (laut Bedienungsanleitung). Auf dieser Seite kann man dies dann in einen Online-Rechner eingeben zuzüglich der Kapazität des (End-) Akkus. Man kommt hier auf fast 10 Stunden Kurbelzeit. Dieser geringe Strom der Kurbel reicht locker fürs Radiohören und für die Taschenlampe. Ein Minicomputer (ein Handy) benötigt jedoch viel mehr Energie! Diese ist mit diesem Gerät nicht effizient lieferbar. Hier müsste man sich dann ein Wasserrad bauen oder das Smartphone über den Dynamo an einem Fahrrad laden. Schade.

Das Kurbelradio im Notvorrat

Der eigentliche Sinn eines solchen mobilen Radios liegt natürlich darin, Bestandteil eines Notvorrates zu sein, um nach Katastrophen jeglicher Art auch ohne Stromversorgung Licht zu haben und Informationen über den Rundfunk erhalten zu können. Apropos Rundfunk: Leider wird derzeit versucht, alles zu digitalisieren und den analogen UKW-Bereich abzuschalten. Daher war es mir wichtig, dass mein Kurbelradio zusätzlich Mittelwelle und Kurzwelle besitzt! Denn dadurch kann ich auch Funksignale empfangen, die mittels dieser archaischen Sendetechnik im Notfall z. B. durch Amateurfunker recht simpel verbreitet werden können. Weiterhin sind dies die Frequenzbänder, über die über tausende Kilometer weit gesendet werden können („Weltempfänger“). Im Notfall bringt einem die Digitalisierung nichts, da wird es nur analog zugehen. Die Empfangsleistung meines kleinen Kurbelradios ist jedoch gerade auf diesen Bändern äußerst dürftig. Zudem sollte man hier einen Test nur draußen vornehmen, da es innerhalb eines Hauses einen Haufen Störsignale gibt. Idealerweise hat man für den Notfall ein ca. 5 Meter langes dünnes Kabel (eine Litze) parat, mit dem man die integrierte Teleskopantenne verlängern kann. Dadurch sollte die Empfangsstärke des Radios deutlich zu steigern sein. Das Gerät besitzt ja eine zweite Klappe für herkömmliche AAA-Baterien. Diese Stromquelle benötige ich nicht, da ich ja auf den internen Akku zurück greife (der mittels Solar oder Kurbeln geladen werden kann). Dieses (leere) Fach eignet sich aber sehr gut zur Aufbewahrung einer Litze, die im Notfall als Antennenverlängerung nützlich sein wird.

Ein Fazit

Wie Sie lesen konnten: Als mobile USB-Ladestation ist solch ein kleines Radio mit Kurbel nicht geeignet, zumindest meines nicht. Man müsste hier stundenlang am Dynamo drehen, bis die große Strommenge, die ein Handy benötigt, erreicht- bzw. gespeichert ist. Zudem wird das Radio ohnehin bei solch einer extremen Belastung auseinander fallen. Ich denke nicht, dass die Mechanik ein permanentes, stundenlanges Drehen unbeschadet überstehen wird.

Was aber erstaunlicherweise sehr gut funktioniert, ist der eigentliche Zweck: Mit nur wenigen Minuten kurbeln dem Akku so viel Strom zuführen zu können, dass man ausreichend lange Radio hören- bzw. Licht haben kann. Mein Kurbelradio lässt sich freilich auch selbst über USB aufladen. Und es besitzt noch ein herkömmliches Batteriefach für drei AAA-Batterien. Dies benötige ich jedoch nicht, da es für mich ein reines Notfallradio darstellt und keines für den täglichen Gebrauch (mit diesen normalen Batterien können Sie das Handy nicht laden). Zusätzlich lässt sich auch ein Kopfhörer anschließen, was sinnvoll ist, da das Gerät dadurch nur bei sehr geringer Lautstärke (= Strom sparen) betrieben werden kann. Die Taschenlampe kann auch als Blinklicht geschaltet werden und eine interne Sirene ist auch aktivierbar (da sind wir wieder bei der Notfallfunktionalität).

*Dieses Kurbelradio versorgt Sie nach wenigen Minuten Aufladen durch Muskelkraft mit Informationen und Licht. Weiterhin lassen sich auch (stromschwache) USB-Geräte laden. Ideal für die Notfallvorsorge und auf Amazon zum günstigen Preis.

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Noch etwas zum integrierten Akkupack: Dieser hat bei mir nur eine sehr geringe Kapazität (320 mAh). Lädt man diesen voll auf, indem man tatsächlich eineinhalb Stunden kurbelt oder eben viel schneller über ein handelsübliches Stecker-USB-Ladegerät, dann kann ich mein Smartphone damit nur zu einem Bruchteil laden. Denn der Akku des Smartphones möchte ja mit einer viel größeren Strommenge (2300 mAh) gefüllt werden. Für das Radio und die Lampe ist diese Kapazität aber völlig ausreichend. Ein weiterer Schwachpunkt bei Akkus sind die sogenannten „Ladezyklen“. Sie vertragen nur eine bestimmte Menge. Bei den verbauten dürften das nicht so viele sein. Und: bereits einmal an der Kurbel gedreht, bedeutet schon ein neuer Ladezyklus! Das ist für meinen Gebrauch jedoch nicht schlimm, denn ich lagere das Radio eben lediglich für den Notfall die meiste Zeit unbenutzt im Schrank. Bezüglich den verbauten Stromspeichern gibt es auf Youtube noch ein interessantes Video. Der Kollege geht hier jedoch von einem Gerät aus, das offenbar ein ständiger Begleiter sein soll. Das ist bei mir nicht der Fall.

Kurzum: Ich war etwas naiv, glauben zu können, dass ich mein Handy mit wenigen Minuten kurbeln über einen solchen Handdynamo laden kann. Das geht so einfach nicht. Ich verwahre das Miniradio (es passt in eine größere Handinnenfläche) allein als Notfallradio auf, falls einmal über eine längere Zeit kein Strom verfügbar sein soll. Könnte ja vorkommen.

Artikeldatum: 1.09.2018 / letzte Änderung: 4. Oktober 2018

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Hinweis: Auch wenn in den Texten alles sehr förmlich gehalten ist: Ich bin durchaus ein Freund des Dus und freue mich über Kommentare.




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