ersetzt viele weitere Apps

Einführung in die App »Tasker«: Das Schweizer Taschenmesser für Android

Mit der App Tasker erhält man auf dem Android-Smartphone eine Universal-Lösung für viele kleine und große Aufgaben. Damit lassen sich Prozesse und Funktionen nach völlig individuellen Wünschen ausführen. Viele andere Apps werden dadurch überflüssig. Tasker ist jedoch etwas kompliziert. In meiner Anleitung versuche ich, alles möglichst einfach zu erklären.

Ein Android-Smartphone mit der App Tasker im Profil-Bildschirm vor hellem Hintergrund.

Tasker ist ein Universalgenie: Bestimmte Auslöser starten oder stoppen bestimmte Aktionen.

Tasker gehört zu meinen Top-3-Lieblingsapps auf meinen Android-Geräten und ich nutze diese Anwendung, seit ich vor langer Zeit mein erstes Smartphone hatte. Der Entwickler (João Dias) arbeitet seit vielen Jahren bereits an diesem tollen Programm und versorgt es weiterhin mit Updates. Die App kostet etwas Geld – das ist sie aber auch absolut wert.

Es gibt bzw. gab auch Alternativen (Llama, Automagic, MacroDroid, Automate, E-Robot, AutoDroid, …). Aber Tasker ist sozusagen der „Industriestandard“ bzw. sehr gut dokumentiert.

Stellen Sie sich Folgendes vor: Sie kommen nach Hause und (aufgrund der Ortung) sind nun einige Funktionen von Android automatisch anders eingestellt: Der Sperrbildschirm wird nun erst viel später aktiv, das W-LAN-Modul ist plötzlich aktiviert und sie sind im Heimnetz eingeloggt, Bluetooth wurde ebenfalls aktiviert, die Klingel-Lautstärke wurde geringer eingestellt.

Genau das macht Tasker. Es handelt sich also um eine Automatisierungs-App:

Auslöser (was?, wann?, wo?, wie?) triggertAktion

Als Auslöser können viele, viele Dinge definiert werden – z. B.: Zeitpunkt, Standort, Display aus, bestimmte App gestartet, Telefonanruf geht ein, nicht mehr mit WLAN verbunden, und und und.

Und was für Aktionen können gestartet werden? Praktisch alle, die Android zulässt. Der Entwickler hat versucht, möglichst alle Aktionen zugänglich zu machen – z. B.: Bluetooth deaktivieren, Ortung aktivieren, bestimmte App starten, Datei verschieben, Helligkeit ändern, und und und.

Ein Auslöser und eine Aktion wird dann in Tasker zusammen gefasst und man erhält sein erstes Profil. Von diesen Profilen habe ich mir so einige angelegt (siehe das obere Foto) und auf dieses Prinzip komme ich weiter unten noch genauer zu sprechen.

Es sind mit Tasker übrigens auch ziemlich raffinierte Dinge möglich – allerdings erst in Verbindung mit Plug-ins, Helfer-Apps und / oder zusätzlichen Geräten. Beispielsweise lässt sich automatisch ein Raspberry-Pi ansteuern, wenn man nach Hause kommt: Ein dort angeschlossenes Relais schaltet dann und das Wohnungslicht geht automatisch an. Man ist dann bei so einer selbst gebauten Haus-Automatisierung nicht mehr auf proprietäre Geräte oder (Schnüffel-) Software angewiesen, die über irgendwelche Drittanbieter kommunizieren. Ich nutze Tasker außerdem zur Ortung meines Smartphones und es sendet mir zudem ein Foto zu, wenn ein Entsperrversuch fehlerhaft war. Siehe auch meine Anleitung → gestohlenes Handy mit Tasker orten

Solche Fälle sind aber noch zu kompliziert für diese Einsteiger-Anleitung. Tasker lässt sich zunächst viel einfacher erkunden. Und daher gehe ich in meinem kleinen „Tutorial“ erst einmal auf die zwei wichtigsten Fenster (Tasks & Profile) innerhalb der App ein:

Tasks: Ausführen von einer oder von mehreren Aktionen

Screenshot: Tasks-Bildschirm unter Tasker

Das erste Fenster innerhalb von Tasker, was ich mir genauer ansehen möchte, ist der TASKS-Bildschirm. Tasks sind Handlungsabläufe, also Aufgaben. Wie man sieht, habe ich mir schon einige dieser Aufgaben angelegt und entsprechend benannt. Beispielsweise steuert ein Task, dass der Android-Dunkelmodus meines Smartphones aktiviert wird oder dass die Ortung eingeschaltet wird. Ich habe dann auch entsprechende Tasks angelegt, dass diese Dinge wieder deaktiviert werden können.

Zunächst bedienen diese Tasks die regulären Android-Einstellungen. Es gibt jedoch auch noch Plugins, die (app-) spezifische Dinge regeln können wie beispielsweise das automatische Aktivieren des Video-Servers einer Kamera-Überwachungs-App.

➜ Nach dem Anlegen eines solchen Tasks passiert erst einmal noch gar nichts. Wir haben bisher lediglich Befehle angelegt. Diese werden aber noch gar nicht (automatisch) ausgeführt. Dazu benötigen wir je ein Profil. Doch dazu später mehr.


Zunächst schauen wir uns so einen Task etwas genauer an (tippe darauf). Den unten abgebildeten Task habe ich »Alarmton abspielen« genannt. Was macht er? Man sieht es gut:

Screenshot: Task Details
  1. Zunächst wird der Android-Lautstärke-Kanal für Alarme (Alarmlautstärke) auf einen hohen Wert gesetzt.
  2. Dann wird sicherheitshalber eine Sekunde gewartet, damit sich hier nichts überschneidet.
  3. Nun wird eine ganz bestimmte Tondatei im Speicher meines Smartphones abgespielt.
  4. Es wird etwas gewartet (die Tondatei darf hier weiter ablaufen).
  5. Nun erfolgt der Stopp-Befehl für die Wiedergabe.
  6. Und am Ende – nachdem alles durchgelaufen ist – wird die Alarmlautstärke wieder auf ein normales Niveau zurück gestellt.

Diesen Task benutze ich, um mein verlorenes Smartphone wieder zu finden (zumindest nach Gehör). Getriggert wird er später mittels einer SMS, die ein bestimmtes „Reizwort“ enthält.

Beachten Sie auch das große Plus-Zeichen unten rechts im Task-Bildschirm: Mit diesem können dem aktuellen Task weitere Aufgaben hinzugefügt werden. Beispielsweise könnte ich noch einen 7. Punkt einfügen mit irgendeiner Aktion, die innerhalb des Tasks noch Sinn ergibt. Einzelne Aufgaben innerhalb eines Tasks lassen sich auch in der Reihenfolge verschieben.

Werbung

Man kann jeden Task manuell testen, indem man unten auf den „Play-Knopf“ ▶ tippt. Legt man sich also einen Task an, welcher lediglich das WLAN deaktivieren soll, müsste sofort nach Tippen auf den Button eben jenes ausgeschaltet sein.

Tipp: Für jeden dieser Tasks kann man auch einen Widget-Auslöser auf den Android-Homescreen legen (mit Icon x). Somit kann man sie von dort bereits bequem durch einen Fingertipp auslösen.

x Man kann für jeden Task (mittels dem unteren „Schachbrett-Button“) ein eigenes Icon definieren. Dieses erscheint dann u. a. auf dem Widget-Button.

Bereits so zeigt Tasker, was man damit Schönes machen kann. Viele andere Einzelanwendungen sind dadurch gar nicht mehr nötig. Aber richtig interessant wird es, wenn diese Tasks automatisiert aktiviert werden – und dies steuert man über die Profile:

Profile: Tasks automatisch nach Bedingungen ausführen

Jetzt haben wir uns die Tasks angesehen, welche das Wichtigste von Tasker bereit stellen: die eigentlichen Funktionsabläufe. Wer einen solchen Task mit mehreren Aufgaben erstellt hat, hat gewissermaßen schon programmiert – wenn auch rudimentär unter einer grafischen Oberfläche.

Richtig interessant wird es nun, wenn ein Task automatisch – unter bestimmten Voraussetzungen – gestartet wird. Und solche Voraussetzungen definieren wir mittels einem Profil:

Screenshot: Profile DetailsBei Tab auf ein Profil wir es ausgeklappt. Jedes Profil hat min. eine Bedingung. Bei dem hier ausgeklappten Profil lautet die Bedingung: Das Display des Smartphones ist gerade angeschaltet („Displaystatus Ein“).

Da bei diesem Screenshot natürlich tatsächlich das Display meines Smartphones an war, erscheint dieses Profil in der Übersicht auch grün: es ist gerade aktiv.

Und was sind das für Angaben daneben mit den beiden Pfeilen? Dies sind zwei Tasks, die ich vorher angelegt hatte. Zunächst wichtig wäre der Task mit dem grünen Pfeil: Dieser Task heißt bei mir »Benachrichtigungston auf 0 setzen«.

Sie verstehen? Wenn der Bildschirm an ist, möchte ich nicht, dass eingehende Benachrichtigungen (SMS, WhatsApp-Nachricht, …) einen Ton wiedergeben. Denn das sehe ich ja sowieso. Demzufolge regelt Tasker für mich die Benachrichtigungs-Lautstärke herunter auf den Wert „0“.

Aber wenn ich den Bildschirm ausschalten werde, würde die Benachrichtigungslautstärke immer noch auf 0 gesetzt sein. Hier kommt der zweite Task mit dem roten Pfeil ins Spiel. Diese Tasks nennt man „Ausgang Tasks„. Sie sind nicht notwendig, machen ein Profil jedoch in vielen Fällen erst sinnvoll bzw. rund: Mein Ausgang-Task heißt »Benachrichtigungston auf Standard setzen«:

Wenn also die Bedingung (Bildschirm ist an) nicht mehr gilt, kommt der Ausgang-Task ins Spiel: Die Lautstärke für Benachrichtigungen wird wieder auf eine höhere Stufe gesetzt.

Auf welche Stufe – Dies definiere ich vorher in den Task-Einstellungen meines Tasks „Benachrichtigungston auf Standard setzen“. Somit wird durch das Profil die Android-Benachrichtigungslautststärke ständig von z. B. 5 auf 0 gesetzt und anders herum – je nachdem ob der Bildschirm an ist oder aus.

Die sicherlich häufigsten Auslöser für ein Profil sind schlichte Zeitangaben: Wenn es zwischen 22 Uhr und 7 Uhr ist, dann wird z. B. ein Task „Ruhemodus einschalten“ aktiv. Als Ausgangstask (er gilt folglich automatisch für eine Zeit zwischen 7:01 Uhr und 21:59 Uhr) wird dann ein Task „Ruhemodus ausschalten“ definiert. Ganz einfach.

Man kann pro Profil auch zusätzliche Bedingungen definieren. Beispiel: Wenn es zwischen 22 Uhr und 7 Uhr ist + wenn Wifi nicht verbunden ist + wenn man sich nicht an einem Ort mit bestimmten Geo-Koorodinaten befindet. Dann würde das Profil nicht gelten, wenn man mit einem (bestimmten) WLAN-Netz verbunden- bzw. wenn man gar nicht zu Hause ist. In diesem Fall wäre die Bedingungskette nicht erfüllt und Tasker würde dementsprechend nichts machen – obwohl eine einzelne Bedingung (der Zeitraum) zutrifft.

Etwas weiter oben hatte ich ja kurz vom Programmieren gesprochen und hier, bei diesen Bedingungen, kommt es besonders gut zum Vorschein: Solche Bedingungen und Alternativen (if / else) sind typisch für sehr viele Programmiersprachen. Tasker stellt uns hierfür eine relativ leicht nutzbare grafische Oberfläche bereit.

Sicherlich haben Sie anhand meiner Beispiele nun schon einen guten Eindruck davon erhalten, was man mit Tasker alles machen kann bzw. wie die Logik dahinter funktioniert. Sie müssen dies nur auf eigene Ansprüche und auf andere Funktionen von Android übertragen.

Werbung

Als Drittes wollen wir uns noch den Variablen zuwenden. Sie sind für einfache Tasks und Profile nicht nötig. Sie können aber ungemein hilfreich sein:

Variablen: Behälter mit stets anderem Inhalt

Der Tab »Variablen« unter Tasker ist zunächst für viele Anfänger verwirrend. Das macht nichts: Für viele Tasks bzw. Profile benötigt man ihn gar nicht. Ich möchte zunächst anhand einer Metapher erklären, was Variablen sind:

Eine Variable ist sozusagen eine Flasche. Auf dieser Flasche klebt ein Aufkleber. Auf diesem Aufkleber steht „Bier“. In einem Tasker-Task fragen wir zunächst ab: »Ist die Flasche mit dem Aufkleber „Bier“ zu min. 80% gefüllt? « Wenn ja: Führe den Task „austrinken“ aus.

Wenn wir danach erneut diese Abfrage ausführen, hat sich der Inhalt dieser Flasche ja bereits geändert und die Bedingung (80%) würde ggf. nicht mehr erfüllt werden. Dann kann eine Alternative ausgeführt werden – z. B. „stehen lassen“.

Irgendjemand hat nun heimlich wieder Bier nachgekippt. Folglich würde bei einer erneuten Abfrage die Bedingung wieder erfüllt sein und der Task „austrinken“ wird wieder ausgeführt.

➜ Die Flasche ist bei dieser Metapher die Variable.

➜ Der Aufkleber darauf ist der Variablen-Name.

➜ Der Füllstand ist der Variablen-Wert.

Der Füllstand einer solchen Bierflasche kann halt variabel sein und für mich spielt dieser eine Rolle und ich frage diesen ab und entscheide daraufhin, was ich machen werde.

Unter Tasker wäre eine typische Variable der Füllstand des Akkus. Tasker bringt hierfür bereits eine Variable mit. Sie heißt %BATT. (Variablen-Namen beginnen immer mit einem „%“.) Tasker selbst definiert intern den Wert dieser Variable dynamisch – nämlich einfach je nachdem inwiefern der Akku gerade geladen ist. Um das Definieren des Variablen-Wertes müssen wir uns in diesem Fall also nicht selber kümmern (bei eigenen Variablen schon, s. u.).

Also fragen wir in einem Profil einfach ab: Ist %Batt > 20? Dies ist die Bedingung. Erst wenn in diesem Fall der Akkustand größer als 20 Prozent ist, kann ein bestimmter Task ausgeführt werden. Oder anders ausgedrückt: Erst wenn jemand meine Bierflasche auf min. 20% gefüllt hat, genehmige ich mir einen Schluck. Wann dies der Fall ist, weiß ich nicht – Ich frage einfach regelmäßig ab bzw. nehme sie in die Hand x.

x Tasker fragt im Hintergrund permanent Bedingungen ab. Die Frequenz hierfür kann man in den Einstellungen definieren. Je höher sie ist, desto mehr Strom wird verbraucht, desto eher greifen hier die Bedingungen jedoch. Bei den Standardeinstellungen stelle ich kaum einen nennenswerten Schwund meines Akku-Füllstandes fest und alles läuft zuverlässig.

Tasker bringt eine Menge solcher eigenen Variablen (englische Seite) mit, deren Werte sich permanent ändern und die man abfragen kann – sowohl innerhalb von Tasks wie auch bei Profilen.

Screenshot: Variablen DetailsInteressant wird es jedoch, wenn man seine eigenen Variablen anlegt bzw. mit je einem Wert füllt. Eine typische Variable wäre eine Cooldown-Variable. Was soll das denn sein? Beispiel: Ich habe ein Profil, welches „feuert“, wenn jemand die falsche Pin zum Entsperren meines Smartphones eingibt. Dann wird mir als Reaktion beispielsweise eine SMS an mein anderes Smartphone mit den Geo-Koordinaten gesendet. Alles schön und gut. Aber der Eindringling wird permanent falsche Pins eingeben und dementsprechend wird in hoher Frequenz mein Task ausgeführt – immer wieder, kurz hintereinander.

Daher habe ich vorher manuell eine Variable »%COOLDOWN_ENTSPERRFEHLER« angelegt und zwar mit dem Wert 0 (Null).

Mein Profil hat ja bereits die Bedingung „Geräteentsperrung fehlgeschlagen“ bzw. feuert, wenn die falsche Pin eingegeben wurde. Ich füge hier noch eine zweite Bedingung hinzu: Tue dies nur, wenn %COOLDOWN_ENTSPERRFEHLER = 0 ist. Da ich den Wert dieser Variable vorher ohnehin mit 0 definiert habe, ist diese Bedingung zunächst erfüllt und der Task kann ablaufen.

Aber: Gleich zu Beginn meines Tasks ändere ich den Variablen-Wert:

Screenshot: Tasker Variablen-Wert ändern in einem TaskIch ändere ihn hier von 0 auf 1 (Variable Setzen). Dann greift nämlich plötzlich die Bedingung für das Profil nicht mehr (es erwartet ja eine „0“). Demzufolge wird der Task ganz normal weiter laufen, er wird aber nicht erneut gestartet, wenn das Profil (falsche Pin-Eingabe) erneut aktiviert werden soll. Denn die zweite Bedingung trifft nun ja plötzlich nicht mehr zu.

Der Task durchläuft währenddessen mehrere Stationen. Diverse Dinge werden ausgeführt.

Gegen Ende wird bei mir für eine Minute gewartet. Und was folgt am Schluss? Der Variablenwert wird nun wieder auf 0 gesetzt.

Demzufolge kann das Profil wieder feuern, wenn erneut die Pin falsch eingegeben wird. Dazwischen musste jedoch etwas Zeit vergehen, damit dieser Prozess nicht mehrmals parallel ablaufen kann. Das System musste also sozusagen herunter gekühlt werden („cooldown“).

Der Name dieser Variable ist natürlich frei wählbar. Er muss jedoch mit einem „%“ beginnen und anstatt Leerzeichen Unterstriche besitzen. Die Werte (0 bzw. 1) sind auch frei wählbar (z. B. „wahr“ oder „falsch“ bzw. „ja“ oder „nein“). Bei der Abfrage im Profil muss dann natürlich nach einem Wert „falsch“ gefragt- bzw. verglichen werden.

Screenshot: Tasker-Profil Variable als Bedingung
Noch einmal zur Veranschaulichung: Meinem Profil habe ich also eine zweite Bedingung zugewiesen: Sie prüft, ob eine bestimmte Variable einen bestimmten Wert hat. Stimmt dieser nicht mit dem Soll-Wert der Abfrage überein, wird der Task nicht ausgeführt.

Eine Variable kann man auch innerhalb eines Tasks bzw. bei einer einzelnen Aktion abfragen:

Screenshot Tasker: Variable wird bei einer Aktion abgefragt

Hier habe ich die Aktion „Piepton“ einem Task hinzugefügt (Es wird ein Piepton abgespielt). Beachten Sie hier das Feld if bei den Aktions-Einstellungen. Hier kann ich den Namen einer vorher angelegten Variable eintragen. Daneben wird der Soll-Wert eingetragen. Das Zeichen ~ bedeutet „stimmt überein“. Es gibt entsprechend noch andere Zeichen.

Wenn nun also in meinem Fall die Variable „%meine_variable“ den Wert „1“ besitzt, kann der Piepton innerhalb meines Taskes ausgegeben werden. Besitzt diese Variable derzeit einen anderen Wert, wird er nicht ausgegeben, die anderen Aktionen innerhalb meines Tasks laufen dennoch ab (sofern sie keine eigenen Bedingungen besitzen bzw. durch solche beschränkt werden).

Dies ist der Vorteil gegenüber einer Variablen-Abfrage innerhalb eines Profils: Man kann Aktionen einzeln innerhalb eines Tasks „auslassen“, wenn die jeweilige Bedingung nicht erfüllt ist. Die anderen Aktionen laufen jedoch weiterhin ab. Profilbedingungen jedoch verhindern das Starten des gesamten Tasks.

Ich selber nutze nur wenige Variablen. Sinnvoll sind selbst gesetzte Variablen, wenn beispielsweise Task A in Erfahrung bringen möchte, ob Task B bereits abgelaufen ist oder ob das Profil X wissen muss, ob derzeit noch ein anderer Task abläuft. Mit solchen selbst gesetzten Variablen kann man also Indizien im Tasker-System hinterlegen, die andernorts abgefragt werden können.

Werbung

Szenen: Grafische Benutzeroberflächen

Das vierte Fenster von Tasker lautet SZENEN. Auf die Szenen gehe ich nur kurz ein: Es sind grafische Benutzeroberflächen – hauptsächlich mit Knöpfen (Buttons). Eine solche Szene ist ein Layer, welcher sich über den Bildschirm legt und einige Schaltflächen enthält, Bilder oder Texte. Diese Schaltflächen können dann bestimmte Tasks ausführen. Eine Szene selbst muss offenbar ebenfalls durch einen Task aufgerufen werden. So richtig habe ich die Szenen selber nicht verstanden.

Ich nutze eine bereits „eingebaute“ Szene in Tasker – die Aktion ›Sperre‹: Hier legt sich ein Bedienfeld mit Zifferntasten über den Bildschirm (nach z. B. Aufruf einer bestimmten App) und nach Eingabe einer bestimmten Pin, verschwindet es wieder = die zuvor aufgerufene App ist jetzt nutzbar.

Berechtigungen für Tasker setzen

Tasker kann theoretisch fast alle Einstellungen von Android ändern bzw. auf Vieles zugreifen. Demzufolge benötigt es entsprechende Rechte. In den Einstellungen für jede App kann man ja Rechte vergeben (z. B. Zugriff auf Kalenderdaten oder auf den Standort). Wenn man also Tasks angelegt hat, die auf genau so etwas zugreifen, müssen die entsprechenden Rechte gewährt sein.

Man sollte Tasker unbedingt auch die Rechte für die Benachrichtigungen gewähren. Denn damit diese App permanent im Hintergrund aktiv sein kann (damit sie nicht durch das System beendet wird), muss sie ihr Benachrichtigungssymbol oben in der Leiste von Android ablegen können.

Man sollte in den App-Einstellungen von Tasker (innerhalb der Android-Einstellungen) auch zulassen, dass Tasker im Hintergrund aktiv sein kann. Man sollte für diese App also gewisse Stromspar-Mechanismen deaktivieren. Tasker muss ja permanent laufen. Ich konnte übrigens keine Nachteile bezüglich meiner Akkulaufzeit feststellen können. Tasker frisst nicht viel Strom.

Leider: Nicht alles geht mehr mit Tasker so einfach wie früher

Ich erinnere mich daran zurück, als ich mein erstes Android-Smartphone hatte – damals noch mit der heute uralten Version »Jelly Bean«. Zu dieser Zeit war Android noch ziemlich großzügig darin, was das Ändern von Einstellungen und das Ausführen von Prozessen mittels Apps wie Tasker anbelangt. Mittlerweile wurden hier die Daumenschrauben jedoch angezogen: Nicht alles kann mehr so einfach durch Tasker geändert werden wie früher.

Beispielsweise lässt sich das Smartphone nicht mehr automatisiert entsperren (wenn man z. B. im Heim-W-LAN eingeloggt ist). Es kann auch nicht mehr so einfach ein Foto aufgenommen werden, solange das Gerät nicht entsperrt ist. Einige Funktionen von Tasker werden daher ausgegraut sein oder es wird eine Berechtigungsanfrage kommen, für welche weitere Schritte (s. u.) nötig sind.

Mittels Root-Zugriff, Manipulation vom PC aus oder bestimmter Helfer-Apps lassen sich gewisse Dinge jedoch umgehen. Google (der Hersteller von Android) hat hier mittlerweile einige Sicherheitsvorkehrungen getroffen (die ja eigentlich sinnvoll sind).

Ich versuche nun, die Möglichkeiten aufzulisten, mittels denen spezielle Aktionen (z. B. Bluetooth aktivieren) auch bei neueren Android-Version ausgeführt werden können.

Info: Da ich auf meinen eigenen Gerät Root-Zugriff habe, habe ich die Alternativen nicht selbst getestet. Mein Wissen darüber stammt aus eigener Recherche. Falls ich hier etwas Falsches darstelle, kann man mich via Kommentar gerne korrigieren.

Alle Zugriffe mit Root möglich

Wer sein Smartphone gerootet hat, ist hier fein raus: Tasker kann sich dann wie die Axt im Walde benehmen: Alle Aktionen sind uneingeschränkt ausführbar. Denn Tasker kann die hierzu nötigen Berechtigungen dann einfach selber setzen bzw. erlangen. Es sind hierzu keine externen Hilfsmittel nötig. Das „Rooten“ eines Smartphone ist jedoch ein recht komplizierter Akt und die wenigsten Nutzer von Android werden dies bei dem eigenen Gerät vorgenommen haben.

Es gibt aber eine „weiche“ Alternative:

Nötige Rechte per ADB bzw. per PC setzen

Vielleicht haben Sie schon einmal etwas von ADB („Android Debug Bridge“) gehört: Man verbindet das Smartphone via USB-Kabel oder per WLAN mit dem eigenen PC und führt dort in einem Terminal-Fenster nacheinander bestimmte Befehle aus wie beispielsweise diesen:

adb shell pm grant net.dinglisch.android.taskerm android.permission.WRITE_SECURE_SETTINGS

Damit würde man Tasker zusätzliche Rechte geben, welche durch die grafische Oberfläche von Android nicht zu vergeben sind. Hierzu benötigt man das kleine Programm ›ADB‹ auf dem PC und sicherlich auch einen passenden Treiber für das eigene Smartphone-Modell, damit sich beide Geräte sozusagen unterhalten können.

Wie man ein Android-Smartphone via ADB bzw. PC (Laptop) ansteuert bzw. manipuliert, demonstriert beispielsweise diese Anleitung (für Windows).

Werbung

Einfacher geht das Gleiche mittlerweile aber mit diesem Programm:

Einfacher: Der Tasker Permissions Helper

Der ›Tasker Permissions Helper‹ ist ein PC-Programm, welches eine grafische Oberfläche bereit stellt und das Selbe macht wie die Eingabe-Aufforderung via Terminal – ADB-Befehle ausführen bzw. an ein angeschlossenes Smartphone senden. Am besten schaut man sich die Vorgehensweise kurz in einem Video an:

Video laden
Dieses Video wird vom Dienst Youtube übertragen. Erst nach Klick auf „Video laden“ werden Ihre Daten (IP-Adresse) an Youtube übermittelt und es gelten hierfür die Datenschutzerklärungen von Google.

Den Tasker Permissions Helper gibt es für Windows, MacOS und Linux und man kann es sich auf GitHub herunterladen. Wenn ich kein root hätte, würde ich diesen Weg als erstes versuchen.

Es gibt noch eine dritte Möglichkeit, an die nötigen Rechte für Tasker zu gelangen – und zwar ohne PC:

Kein PC vorhanden? Nötige rechte per App Shizuku erteilen

Wer keinen PC hat, kann es über die zusätzliche App ›Shizuku‹ probieren. Shizuku emuliert praktisch ein Verbindung mit einem (virtuellen) PC und nutzt hierfür die Funktion ADB over Wi-Fi. Tasker kann dann – wenn es bestimmte Berechtigungen benötigt – bei Shizuku anfragen, und diese werden durch diese Hilfsapp erteilt.

Hierfür muss Shizuku aber immer im Hintergrund mitlaufen. Eine kurze Übersicht über diese App findet sich bei Chip.


Ob für Shizuku und die beiden ADB-Lösungen zusätzlich noch die App ›TaskerSettings‹ auf dem Smartphone installiert sein muss, hat sich mir leider nicht erschlossen. Da ich root habe, kann ich dies leider nicht selber ermitteln.

Profile als eigenständige Apps exportieren

Es gibt übrigens ggf. die Möglichkeit, eigene Profile (bzw. die dazugehörigen Tasks, Variablen und Szenen) je als eigene, selbstständige App zu exportieren. Hierfür benötigt man das Plugin »Tasker App Factory«. Dann kann man gewisse Automatisierungen auch auf Geräten ohne Tasker nutzen. Aber ob dies heute noch funktioniert bei all den Einschränkungen bzw. Sicherheitsvorkehrungen, die Android mittlerweile mit sich bringt? Ich habe dies jedenfalls nicht getestet. Wozu auch? Auf meinen beiden primären Android-Geräten läuft ja Tasker.

Ein Android-Smartphone mit der App Tasker im Profil-Bildschirm vor hellem Hintergrund.
Besuchen Sie auch die Kategorie ›Tasker‹. Ich möchte dort in Zukunft einige Beiträge listen, bei denen ich spezifische Tasks bzw. Profile im Detail erläutere.

Kurzum

Ich hatte ja schon erwähnt, dass Tasker zu meinen Lieblingsapps zählt, die ich auf jedem meiner Android-Geräte betreibe. Von einfachen Dingen wie ›Kein Benachrichtigungston, wenn Bildschirm an‹ bis zu komplexeren Abläufen wie ›Standort ermitteln, Foto machen und dies auf meinen Server senden, wenn per SMS getriggert‹ (siehe hier) reichen die Fähigkeiten. Auch in puncto Hausautomatisierung (gerade in Verbindung mit einem Raspberry-Pi) kann Tasker sehr hilfreich sein. Man kann hierfür ja auf die Sensoren und Funkmodule des Smartphones zugreifen und diese als Auslöser nutzen.

Die App ist schon eine Wucht und vielleicht konnte ich bei dem einen oder bei der anderen mit meiner kleinen Einführung bereits einige Ideen hervorlocken, wie Tasker individualisiert bzw. personalisiert im eigenen Alltag genutzt werden kann.

Tasker gibt es offiziell im Google-Playstore und kostet dort – je nach Wetterlage –zwischen 3 bis 5 Euro. Wenn man ein Huawei-Smartphone ohne Google-Dienste hat oder eine Custom Rom, kann man die s. g. Direct-Purchase-Version von Tasker nutzen bzw. die App direkt installieren. Ggf. kann Tasker mit dieser direkten Installation am Playstore vorbei auch erst einmal getestet werden x.

x Die App besitzt eigentlich eine integrierte Funktion für einen „Testzeitraum“. Bei mir kam jedoch immer die Meldung, dieser wäre bereits abgelaufen.

Kommentar schreiben

Hier gibt es die Möglichkeit für Resonanz. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Kommentare erscheinen nicht sofort bzw. werden manuell freigegeben. Mit dem Absenden des Formulars stimmen Sie der Datenschutzerklärung zu bzw., dass Ihre eingegebenen Daten gespeichert werden. IP-Adressen werden nicht gespeichert.