eingeschränkter Zugriff

Mehr Datenschutz: WhatsApp gekapselt im vertraulichen Android-Profil installieren

Ich werde leider wieder WhatsApp benutzen müssen. Aber eine reguläre Installation kommt nicht in Frage. Man kann diese App jedoch abgeschottet von den regulären Daten sozusagen gekapselt auf Android installieren (vertrauliches Profil). Außerdem habe ich mich dort nur mit einer Festnetznummer registriert.

Zusammenfassung kurz & knapp

  • WhatsApp lässt sich ab Android 15 in einem geschützten, vom normalen Benutzerprofil getrennten Bereich installieren.
  • Die gekapselte App kann dadurch nicht auf das reguläre Adressbuch und andere Daten außerhalb dieses Profils zugreifen.
  • Das vertrauliche Profil lässt sich bei Bedarf mit einem Fingertipp schließen, wodurch die darin laufenden Apps beendet werden.
  • Für WhatsApp kann ein separates, reduziertes Adressbuch verwendet werden, das nur die tatsächlich benötigten Kontakte enthält.
  • Zusätzlich lässt sich WhatsApp Business mit einer Festnetznummer registrieren, sodass nicht zwingend die eigene Mobilfunknummer verwendet werden muss.
  • Durch das regelmäßige Schließen des vertraulichen Profils und eine eingeschränkte Nutzung soll WhatsApp möglichst wenig Einfluss auf den normalen Smartphone-Alltag haben.

Lesezeit für den gesamten Artikel: ca. 4 Min.

Beruflich werde ich vermutlich demnächst WhatsApp nutzen müssen. Als datenschutzbewusster Nutzer lehne ich solche Anwendungen eigentlich ab. Sie schnüffeln mir zu viel herum. Sicherlich könnte ich ein zweites, ausrangiertes Smartphone nur für diesen Zweck nutzen. Aber ich möchte ja nicht stets zwei Geräte mit mir herum tragen.

Die Idee: WhatsApp einfach im vertraulichen Profil von Android installieren.

Was ist dieses „vertrauliche Profil“? Unter Android kann man schon lange mehrere Nutzerprofile anlegen bzw. zwischen diesen wechseln. Dazu müsste man sich jedoch jedes Mal von einem abmelden bzw. im anderen anmelden – wie unter Windows oder Linux. Das wäre hier natürlich unpraktisch.

Seit Android 15 gibt es aber das vertrauliche Profil: Es bildet eine Sandbox, also eine geschlossene Umgebung, in der nur bestimmte Apps laufen können. Diese Apps können nicht aus dieser gekapselten Umgebung hinaus schauen. Sie haben also keinen Zugriff auf z. B. das reguläre Adressbuch.

Android-Smartphone mit Apps im Launcher im vertraulichen Profil

Kommerzielle bzw. fragwürdige Apps installiere ich bevorzugt im vertraulichen Profil. Sie haben in der regulären Umgebung selten etwas verloren. Nach Klick auf „Sperren“ sind sie alle sofort außer Dienst gesetzt und haben – im wahren Wortsinn – nichts mehr zu melden.

Nach dem Aktivieren des vertraulichen Profils gibt es einen neuen Bereich im Launcher (App-Übersicht). Dort können dann weitere Apps nur für dieses in sich geschlossene Profil installiert werden und danach gekapselt gestartet werden. Man muss sich für so etwas also nicht mehr abmelden. Diese Apps besitzen dann alle dieses kleine Schlüssel-Symbol am Icon.

Obacht: Manche Launcher unterstützen das vertrauliche Profil nicht bzw. zeigen hier nichts an – falls man ggf. einen anderen als den System-Launcher nutzt.

Außerdem kann dieses vertrauliche Profil mit nur einem Fingertipp (oder automatisch nach Abschalten des Bildschirms) geschlossen werden – Deckel drauf sozusagen. Alle dort installierten Apps werden dann abrupt beendet.

Die selben Apps kann man parallel natürlich auch im regulären Nutzerprofil nutzen. Sie sehen dann aber ganz andere Daten bzw. je andere Konten.

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➜ Wie aktiviert man dieses vertrauliche Profil? In den Android-Einstellungen geht man auf › Datenschutz & Sicherheit und dann auf › Vertrauliches Profil. Dort erstellt man also eine gekapselte App-Umgebung, in der sich bereits einige Apps befinden (siehe Launcher). Öffnet man dann die dortige Kontakte-App, wird man sehen, dass diese das eigene Adressbuch gar nicht findet – Klar: Sie hat ja keine Zugriffsrechte darauf. Sie sieht es gar nicht.

Man müsste nun im vertraulichen Profil eine neue Adressbuch-Umgebung anlegen. Ich bin hier unabhängig von Google bzw. habe mir hier einfach noch einmal DAVx5 installiert. Selbstverständlich wird hier nur ein spezielles Adressbuch („WhatsApp-Kontakte“) synchronisiert und dort stehen keine vollen Nachnamen und keine Adressen drin. So etwas geht Meta (der Besitzer von WhatsApp) nichts an. Natürlich kann man hier auch einfach nur ein lokales Adressbuch anlegen.

Ich habe mich bei WhatsApp auch nicht mit meiner Mobilfunknummer registriert.

Ich habe einfach meine Festnetznummer angegeben. Aber das geht nur mit der „WhatsApp Business“-App. Diese funktioniert jedoch im Grunde genau so wie die reguläre. Man erhält dann einen Anruf, wo eine Computerstimme den Code vorliest.

WhatsApp soll bei mir auch gar nicht permanent laufen. Entweder ich schließe das vertrauliche Profil (automatisch) regelmäßig wieder. Oder ich lasse nicht zu, dass WhatsApp von der Android-Power-Verwaltung nicht beendet werden kann (die App soll nach Nutzung rasch beendet werden). Ich werde also nur zwei, drei Mal am Tag hinein schauen, ob neue Nachrichten vorliegen.

Da fast alle meine Kontakte im regulären Adressbuch meine Festnetznummer gar nicht haben, werde ich auch nie bei ihnen als potentieller WhatsApp-Nutzer angezeigt. Das ist mir nur Recht so. Denjenigen, die dies wissen sollen, müsste ich halt meine Festnetznummer durchgeben. Dies wird eine Handvoll Kontakte sein.

➜ Hinweis: Es gibt ja auch WhatsApp Web. Damit lässt sich die gesamte WhatsApp-Umgebung in einem beliebigen Browser – z. B. auf dem Laptop oder Tablet – nutzen. Man kann die eigentliche App danach vom Smartphone deinstallieren. Die Browser-Umgebung läuft einfach weiter. Problem: Innerhalb von 14 Tagen müsste man min. einmal die App aktivieren, ansonsten wird man im Browser getrennt. Daher ist die Installation im schließbaren vertraulichen Profil schon recht sinnvoll.


Natürlich hat die Verwendung von Anwendungen wie WhatsApp auch im vertraulichen Profil datenschutztechnisch ein gewisses Geschmäckle. Ich denke, als Kompromiss (insbesondere mit der Registrierung über eine – idealerweise ungenutzte – Festnetznummer) ist dies jedoch eine gute Lösung, wenn man nicht auf dieses Programm verzichten kann, aber auch nicht möchte, dass einem Hinz und Kunz ständig Nachrichten senden. So etwas erzeugt bei mir nur unnötigen Stress und sollte möglichst vermieden werden.

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