Lärmbelästigung durch Smartphones
Permanentes Zischeln: Smartphone-Lautsprecher in Zug & Bus
Ich nutze regelmäßig den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Warum dieser immer unattraktiver wird? Hören Sie nur einmal hin. Es ist mir unverständlich, warum viele Fahrgäste so unsensibel sind und nicht verstehen, dass ihre lauten Smartphones permanent Stress bei Mitreisenden verursachen – jedenfalls bei mir.

Menschen in einem Zug. Irgendeiner ist immer dabei.
Als Bahnreisender oder auch als Bus-Fahrgast ist es heute bei mir so, dass ich nach dem Einsteigen erst einmal noch nicht die Jacke ausziehe und noch nicht mein Gepäck für die Reise ordentlich verwahre. Stattdessen warte ich noch für eine gewisse Zeit nach dem Einsteigen ab – und lausche.
In fast jedem Abteil sitzt irgendeiner, der meint, er müsse die Videos in seinem Feed x auf dem Smartphone ohne Kopfhörer abspielen. Und diesen Menschen ist offenbar gar nicht bewusst, dass dies andere stören könnte. Es kommt ihnen gar nicht in den Sinn. Es fehlt ihnen an Anstand und Empathie.
x Offenbar müssen diese Getriebenen permanent in ihr TikTok, YouTube, Instagram, X starren.
Häufig setze ich mich dann sofort um – sofern noch Platz in Bahn und Bus sein sollte. Allerdings bringt dies meist wenig. Der Nächste hat sein Smartphone bereits laut gestellt und häufig sind zumindest die Züge überfüllt, dass sich ein Umsetzen als schwierig gestaltet.
Aha – deswegen also: Daher sieht man so viele Reisende mit untertassengroßen „Noise-Cancelling“-Kopfhörern x an den Bahnsteigen stehen – Sie haben längst kapituliert. Man versucht sich abzuschirmen. Manch einen Fahrgast im Zug möchte ich auch nicht mehr darauf hinweisen, dass mich dessen Lautstärke stört. Dies könnte dann – je nach Kultur – sehr unangenehm- bzw. lebensbedrohlich werden. Ein Zugbegleiter – zumindest im Regionalverkehr – möchte ich heute nicht mehr sein.
x Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung
Daher reise auch ich immer nur noch mit eigenen Kopfhörern in Zug und Bus und mit Ohrstöpseln. Diejenigen, die politische Verfügungsgewalt über unseren ÖPNV haben, benutzen diesen nicht, sondern rollen in ps-starken Trutzburgen über das Land – oder sie sitzen wenigstens abgeschirmt in der 1. Klasse. Sie lassen sich dann gelegentlich in blitzblanken Zugabteilen mit lächelnden Schauspielern für die Zeitung fotografieren. Der ÖPNV wird immer unangenehmer.
… Es geht hierbei sicherlich nicht um das Polster unter dem Hintern oder um die Beinfreiheit für großgewachsene Politiker, noch um die Zeitung am Tisch. Es geht hierbei darum, nicht mit dem Plebs zusammen hocken zu müssen.
Zurück zur Lärmbelästigung:
➜ Das Problem dabei ist, dass dieser Ton nach wenigen Metern Entfernung nicht mehr definierbar ist: Man nimmt nur noch ein permanentes Zischeln, ja: eine Störung wahr. Dies verursacht Stress. Wenn man wenigstens zuhören- und sich daran gewöhnen könnte – wie bei den 80er-90er-Hits aus dem Baustellenradio. Aber dies ist bei diesen winzigen Smartphone-Lautsprechern nicht möglich, wenn man sich bereits einige Sitzreihen von ihnen entfernt befindet.
Ich habe also auch kapituliert: Ich nutze Bus und Bahn bei längeren Fahrten nur noch mit großen „ANC“-Kopfhörern bzw. mit Ohrstöpseln im Gepäck. Häufig höre ich darunter gar keine eigene Musik, sondern möchte einfach nur bei Ruhe reisen können. Ich spreche die Störer in Zug und Bus nicht mehr auf ihr Verhalten an, sondern ich versuche, mich von ihnen wegzusetzen. Diese Geste werden sie eh nicht verstehen. Bei Jugendlichen möchte ich hier noch etwas milder ins Gericht gehen. Aber ein großer Teil der Verursacher gehört leider nicht mehr diesem Kreis an – benimmt sich aber so.
