Rudis Smartphone Tipps

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Den Smartphone-Akku kalibrieren für eine längere Laufzeit

Heute soll es ein etwas spezielleres Thema auf meinem Smartphone-Blog sein: Es geht wieder einmal um das Thema Akku. Diesen kann man nämlich „kalibrieren“ und ermöglicht dem Handy somit unter Umständen eine längere Akkulaufzeit.

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Oben habe ich das Wörtchen Kalibrieren in Anführungszeichen gesetzt. Tatsächlich redet man davon, den Akku vom Handy kalibrieren zu können. Doch eigentlich ist dies nicht möglich. Denn die Batterie ist ein fester Block. Da ist nichts zu justieren und einzustellen! Was man jedoch kalibrieren kann (und dies ist damit immer gemeint), ist die Kommunikation zwischen Betriebssystem (bei den meisten sicher Android) und Akku! Hierzu ist im Übrigen kein Root-Zugriff auf das Handy nötig.

Der Akku leidet im Alter

Wie es bei den Akkus von Laptops oder Digitalkameras der Fall ist, verhält es sich bei denen von Smartphones oder Tablets ganz ähnlich: Sie sind von einer gewissen Alterung betroffen. Sie werden mit der Zeit an Kapazität verlieren. Dagegen kann man eigentlich nichts machen. Und daher würde ich mir immer nur ein Smartphone kaufen, bei dem man den Akku austauschen kann.

Was man jedoch machen kann, ist eine Art Jogging für den Akku! Die Batterie braucht einfach mal etwas „Bewegung“.

Akkus die kalibriert sind

Auf diesem Foto sind drei Akkus für mein Huawei Smartphone abgebildet. Ich habe deren mehrere, um bei Zugfahrten noch genug Strom zu haben. Eine der Batterien jedoch schwächelt bereits. Sie zeigt seltsame Symptome:

Das ist nicht normal und da ich dieses Verhalten bei den beiden anderen Akkus nicht beobachten konnte, muss es eben an der Batterie liegen. Diese kann man nun kalibrieren.

Dies bedeutet, dass sich nach einer Kalibrierung das Betriebssystem und der Handy-Akku besser verständigen können! Denn nicht der (alte) Akku selbst zeigt ein komisches Verhalten. Vielmehr ist es die Prozentanzeige des Smartphones oder Tablets und das damit einhergehende Verhalten des Betriebssystems (Android), welches das Telefon bei einem vermeintlich niedrigen Akkustand schon mal ausschalten möchte.

Ein Beispiel aus meiner Praxis

Ich nutze täglich ein ca. fünf Jahre altes Smartphone (und zwar als „Sofa-Handy“ zum Zeitunglesen und als Fernbedienung). Vor einiger Zeit fiel mir auf, dass ich den Akku immer öfter laden musste. Ja, ab ca. 40% Kapazität ging es regelrecht bergab: Ich konnte tatsächlich zusehen, wie die Akku-Anzeige an Wert verlor. Sapperlot! War der Akku nun kaputt? Nein – Er war es nicht. Das Handy bekam von ihm nur falsche Daten.
Also nahm ich eine ziemlich rabiate Kalibrierung vor. Danach bemerkte ich, dass das Aufladen an der Steckdose nun viel länger dauert. Ja: Weil die Akku-Anzeige nun wieder die tatsächliche Ladung berücksichtigte – und diese ist im Ganzen viel höher, als die Anzeige vorher annahm. Aufladen, Entladen, Laufzeit und die Anzeige passen nun wieder viel realistischer zusammen. Und so geht’s:

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So kalibriere ich meinen Akku im Handy

Auf diese Weise ist es mir gelungen, einem altersschwachen Akku wieder etwas „Normalität“ beizubringen, was sein Verhalten beim Aufladen und Entladen anbelangt. Die Laufzeit wurde erhöht bzw. wurde nicht vorzeitig durch das Android beendet. Das Kalibrieren kann aber keine Garantie dafür geben, dass der Handy-Akku wieder eine höhere Leistung bzw. Kapazität besitzt. Doch Ausprobieren würde ich die Sache durchaus mal – kostet ja nichts.

Und dies dient zur weiteren Akkupflege

Ich empfehle, in Zukunft darauf zu verzichten, den Handy-Akku vollständig aufzuladen und darauf hin wieder vollständig zu entladen. Dies sollte man nur selten und höchstens beim Kalibrieren vornehmen. Richtig wohl fühlt sich ein moderner Akku, wenn man ihn weder zu 100% auflädt, noch zu vielleicht 5% entlädt. Im Idealfall halten Sie die Kapazität der Batterie immer so zwischen 30% und 80%. Ich lade meinen Akku nur auf 100%, wenn ich weiß, dass ich demnächst wohl keine Steckdose sehen werde.
Genau so handhabe ich es übrigens auch mit dem Akku meines Laptops. Hier gibt es sogar ein Programm, welches das Aufladen steuern kann: Bei mir fängt der Ladevorgang erst an, wenn der Akku zu 50% leer ist. Vorher fließt hier bei angestecktem Netzteil kein Strom. So halte ich die Anzahl der Ladezyklen flach. Fällt der Akkuwert unter diese Schwelle, startet der Ladevorgang – jedoch nur bis zu einen Wert von 98%. Zum Kalibrieren des Laptop-Akkus besitzt das Tool auch eine Funktion und diese tut nichts weiter, was man beim Handy-Akku auch tun kann: Mehrmals vollständig in einem Rutsch entladen und wieder aufladen.

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Ladevorgang automatisch begrenzen

Grafik für richtiges Aufladen

Mittlerweile habe ich auch auf meinem Handy solch ein „Programm“, welches den Aufladevorgang automatisch stoppt, wenn ein bestimmter Wert erreicht ist. Ich erledige dies mittels einer Lösung, die ich in diesem Artikel im Detail besprochen habe (Das funktioniert allerdings nur bei gerooteten Phones). Durch diese Möglichkeit übersteigt die Ladung nie den gesunden Wert (von ca. 85%). Soll jedoch einmal für eine längere Tour die gesamte Kapazität des Akkus ausgeschöpft werden, kann freilich bei Bedarf auch wieder auf 100% geladen werden.

Artikeldatum: 31.08.2016 / letzte Änderung: 12. Mai 2020

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Herr Mili | am 30. Juli 2020

Es geht auch einfacher. Hat man schon mal sein Handy gerootet, empfiehlt sich in diesem Fall der Magisk Manager. Die App ist schnell installiert, allerdings muss man dafür Sorge tragen die Serverseitige Magisk Anwendung installiert zu bekommen falls das direkt über die App nicht funktionieren sollte. Hier empfiehlt sich dementsprechend eine TWRP Recovery oder Clockworkmod Recovery auf sein Gerät auf zu spielen womit man dann die entsprechende ZIP Datei installieren kann.
Als nächstes ladet man sich im Magisk Manager (der App) das Modul Advanced Charging Controller (ACC) und lässt dieses durch den Magisk Manager installieren. Danach das Gerät neu starten (wird in der App gleich vorgeschlagen) und im Anschluss eine Terminal Emulator App instalieren.
In diesem Emulator einmal den Befehl „su“ eingeben, und danach „acc“ worauf ein ACC Menü erscheint. Mit „4“ aktiviert man den ACC daemon, und kann anschließend mit „e“ das Menü verlassen mit 2x „exit“ den Emulator beenden, ab jetzt wird nur noch mehr bis 85% geladen. Bei einem Neustart des Geräts auf jeden Fall mit dem Terminal Emulator überprüfen ob der ACC daemon läuft oder nicht. Ist schnell passiert, falls er nicht läuft, einfach wieder mit „4“ im ACC Menü aktivieren. Das wars. Keine App die nicht tut was sie soll, kein umständlicher „Tasker“, nichts dergleichen. Das Resultat ist in dem Fall dasselbe. Wünsche frohes Schaffen! ;-)

Freno | am 30. Januar 2020

Auch diese Tipps habe ich ausprobiert und kann Rudis Erfahrungen nach ca. 6 Monaten nur bestätigen – wobei ich jedoch nur eine abgespeckte Version des „kalibrierens“ alle 4-6 Wochen praktiziere: das phone bis auf 3% „runternutzen“ und dann auf 100% normal aufladen, dh ohne ausschalten. Der positive Effekt auf den Akku macht sich sofort bemerkbar: er hält deutlich länger durch, wird langsamer leer, die nächsten Ladevorgänge gehen flotter … das Nachlassen des Akkus zwischen den „Kalibrierungen“ merke ich jedoch nicht so deutlich.

Ebenfalls deutlich bemerkbar macht sich eine verbesserte Akku-Performance, wenn man beim normalen Laden nicht bis 100% laden lässt. Ich selbst lade bis 90-95% „in einem Rutsch“ und dann hält der Akku bei meiner Nutzung im Alltag locker >24 h durch, bis er unter 50% geht und möglichst vor 30% wieder ans Ladekabel kommt. Weil ich in der warmen Jahreszeit meist den Tag outdoor verbringe, wird das phone dann auch oft von der powerbank geladen, die ihrerseits dann am Solarpanel auf dem Balkon aufgeladen wird.

Das phone mit seinem empfindlichen Akku direkt von Solarpanel, Fahrraddynamo oder sonstigen Stromquellen mit starken Schwankungen zu laden, halte ich nicht für empfehlenswert.

Am alten Huawei Y6 II C 2016 mit altem Lollipop-Android war das beim ersten Versuch mit dem Solarpanel deutlich zu registrieren: schob sich eine Wolke vor die Sonne, schaltete das Ladesystem des phones aus, war die Wolke weitergezogen, lud es wieder. Das machte sich durch an- und ausschalten des Bildschirms und entsprechendem „piepsen“ bemerkbar. Es ist, wie wenn man ständig das Ladekabel einstecken, rausziehen und wieder einstecken würde … das kann nicht gut sein für den Akku ! Und am Fahrraddynamo ist es ja ähnlich: man fährt mal schneller, mal langsamer und bleibt va innerorts häufig stehen.

Rudi | am 14. März 2019

Aber man kann schon bei einem neuen Smartphone darauf achten, es nur im Notfall mit 100% „zuzustopfen“. Ich habe den Artikel etwas erweitert mit einem Hinweis, wie man opulentes Aufladen automatisch deaktivieren kann. Nutzt man so etwas, wird man viel länger Freude an dem Gerät haben.

Kelle | am 25. Mai 2018

Das geht aber nur einige Zeit gut. Wenn das Handy zu alt ist (über viele Monate aufgeladen / entladen wurde), hilft nur eines: ein neuer Akku. Leider kann man bei den meisten Neugeräten die Batterie überhaupt nicht mehr austauschen (als Laie).

charlybraun | am 16. Juni 2017

was Du da bringst, gefällt mir richtig. Ich bin in Computertechnik ff. wie klein Doofi, denke aber, gut zu profitieren.
DANKE!!


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