Rudis Smartphone Tipps

Tipps, Tricks, Gadgets für das kluge Handy: ein Blog rund ums Smartphone

Warum rooten? 16 Beispiele für ein gerootetes Android + Gegenargumente

Einer der ersten Schritte bei einem neuen Smartphone ist bei mir immer das Informieren darüber, inwiefern bzw. mit welchem Aufwand ich eben jenes „rooten“ kann. Ein sogenannter Root-Zugriff ist mir bei diesen Minicomputern wichtig, denn ich möchte alle Funktionen nutzen können. Welche diese bei mir sind und ob ein „Entsperren“ administrativer Funktionen für Sie Sinn ergibt, lesen Sie hier. Außerdem zähle ich einige Gegenargumente auf.

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*Dieser Artikel ist gar nicht der, nach dem Sie eigentlich suchten? Vielleicht interessiert Sie jener mehr:
Custom ROM: Vorteile aber auch Ärger mit einem alternativen Android

gerootetes SmartphoneIch muss gestehen, dass ich mit dem Konfigurieren meines Handys äußerst viel Zeit verbringe. Es gibt bei dem Gerät wohl keinen Einstellungsdialog, welcher nicht von mir gesichtet worden ist. Eines der ersten Dinge, die ich vornahm, war das sogenannte Rooten meines Android-Smartphones. Was soll dieses „Root“ sein? Warum sollte ich so etwas tun?

Ein Smartphone ist nichts anderes als ein Mini-Computer, mit welchem man auch noch telefonieren kann. Nun haben viele Betriebssysteme eine Benutzersteuerung: Es können Benutzer angelegt werden, welche absoluten Zugriff auf alle Einstellungen besitzen (Admin bzw. „Root“) und es können Nutzer angelegt werden, welche aus Sicherheitsgründen nur einen eingeschränkten Zugriff auf Systemdaten haben.

Ein Smartphone-Hersteller wäre schön blöd, wenn er jedem Nutzer den uneingeschränkten Zugriff auf das Betriebssystem erlauben würde! Viel zu schnell könnte man dann etwas kaputt machen (z. B. Systemdateien löschen). Daher besitzen alle Smartphones mit dem Android-Betriebssystem zunächst eine gewisse Sperre. Im Anschluss an die „Pro-Liste“ habe ich auch noch einige Gegenargumente aufgelistet.

Die meisten Nutzer gewähren sich Root-Zugriff sicherlich aus den drei folgenden Gründen:

  1. Mehr Speicherplatz (Löschen von System-Apps) / mehr freier RAM-Speicher
  2. Mehr Datenschutz / keine Werbung
  3. Weniger Akkuverbrauch bzw. gezieltes Unterbinden von (unnötigen Zugriffen / „Wakelocks„)

In diesem Artikel werden aber noch viele weitere Vorzüge aufgelistet, die solch ein Administrator-Zugriff erst ermöglicht.

Schritte für ein „Root“ auf einfach und universell erläutert:

  1. Zunächst muss der sogenannte „Bootloader“ des Smartphones entsperrt werden. Dies geht bei manchen Handys (bei meinem Samsung war es so) entweder ganz bequem über die versteckten Entwickleroptionen. In den meisten Fällen muss es hierfür jedoch an einen PC angeschlossen- und dort ein Programm gestartet werden. Bei manchen Herstellern muss zuvor ein Code von der Website herunter geladen werden. Bei Huawei ist dies neuerdings offenbar nicht mehr gestattet. Hier ist es fraglich, ob man Huawei-Handys überhaupt noch rooten kann.
  2. Mit diesem Programm (je nach Hersteller ein anderes) schieben Sie danach auch ein Custom-Recovery auf das Handy bzw. überschreiben das originale.
  3. Nun starten Sie das Smartphone neu und zwar in den Recovery-Modus. Hier „flashen“ Sie dann eine Zip-Datei (zumeist Super Su oder Magisk).

Nach einem Neustart sollten Sie Root-Rechte haben. Mit diesem „Flashen“ über das Custom-Recovery können Sie übrigens auch passende „Custom-Roms“ installieren, also sehr schlanke Android-Versionen, oft mit Zusatzfunktionen. Dies ist aber nicht nötig. Zumeist reicht es, wenn das Original-Android einfach nur Root-Rechte bekommt.

Hinweis: Im Einleitungstext schrieb ich sinngemäß, dass ich „bei jedem neuen Smartphone, welches ich mir zulege …“. Mich stört diese Formulierung nun etwas, denn sie könnte den Anschein erweckt werden, ich würde mir jedes zweite Jahr ein neues Gerät kaufen. So etwas lehne ich ab. Mein Handy funktioniert noch nach fünf Jahren hervorragend und ich habe vor, diesen Minicomputer auch weitere Jahre zu nutzen. Tatsächlich experimentiere ich darauf immer mal wieder mit verschiedenen „ROMs“ (Betriebssystemen), die je einen Root-Zugriff bekommen sollen. Dadurch bleibe ich flexibel und kann auf neuere Android-Versionen „updaten“, ohne mir jede zwei Jahre ein neues Smartphone kaufen zu müssen.

Den meisten Nutzern des Handys ist dies „piepegal“. Sie benötigen überhaupt kein Root. Ich liste hier einmal die Punkte auf, wozu ich in der Praxis ein gerootetes Handy benötige:

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Diesen Duschlautsprecher ploppen Sie dank Saugnapf einfach in Ihre Dusche und verbinden ihn via Bluetooth mit Ihrem Smartphone. Und wenn morgens schon der Chef anruft? Dann können Sie dank eingebautem Mikro telefonieren. Zudem ist ein reguläres FM-Radio integriert.

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  1. Adblocker: Werbung Blockieren

    Ich bevorzuge es, wenn auf meinem Smartphone keine Werbung angezeigt wird. Diese Werbung in Apps oder auf Websites wird stets live eingespielt. Das heißt: Sie werden über das Internet von bestimmten Servern geladen. Es ist nun einfach, genau diese Werbe-Server zu blockieren. Dies geschieht, indem man einfach diese Werbe-Adressen (gibt es im Netz) in eine ganz bestimmte System-Datei einträgt, der sogenannten „hosts Datei“. Es gibt freilich auch Apps, die dies automatisch tun. Durch das (Aus-) Filtern von Werbung (in Apps und auf Websites) spart man übrigens sehr viel „Traffic“, schont also deutlich sein Datenvolumen.
    Auch wenn man sein Handy als Hotspot einsetzt (also dessen Internetverbindung über Wifi für andere Computer / Smartphones freigibt), greift dieser Filter: Werbung wird so auch auf den anderen Geräten nicht angezeigt – die Internet-Anbindung ist deutlich schneller!

    Allein: Genau diese Hosts-Datei ist eine geschützte Systemdatei. Ohne Root gibt es kein Herankommen an diese. Es gibt jedoch auch eine App, die das Editieren dieser Host-Datei übernimmt: Adaway.
    Diese App benötigt jedoch ebenso Root-Funktionalität, denn sie kann sonst ebenso nicht genügend in das Android-System eingreifen. Ich editiere meine hosts-Datei einfach mittels einem Root-Explorer (ich nutze den ES-Explorer) bzw. mit einem Texteditor.

    Es gibt übrigens noch eine zweite Möglichkeit, Werbung für alle Apps auf dem Handy zu blocken – sogar ohne Root: Dies geht mit einem alternativen DNS-Server. Allerdings beschränkt sich das Blockieren dann in diesem Fall nur auf Internet über die Wifi-Verbindung.

  2. Strom sparen und den Akku länger am Leben halten

    Apps greenifyen

    Greenify ist eine App, die ich dazu nutze, um alle anderen Apps sozusagen einzufrieren (statt sie einfach hart zu beenden). Hierdurch kann man durchaus Strom sparen. In meinem Artikel „Stromspartipps, die Sie vielleicht noch nicht kennen“ bin ich konkret auf Greenify eingegangen. Für die gesamte Funktionalität dieser App ist es nicht unwichtig, wenn das Handy gerootet ist.

    Amplify: Wakelocks reduzieren

    Eine weitere, tief ins System eingreifende App ist „Amplify“. Sie reduziert die sogenannten „Wakelocks“ des Handys. Denn viele interne Prozesse lassen das Smartphone nie so richtig ruhen: Ständig wecken sie es auf. Mit Amplify kann man diese „Aufweck-Frequenzen“ tüchtig nach unten reduzieren und der Prozessor des Handys kann endlich einmal länger „ruhen“. Allerdings wird für Amplify ein „Framework“ voraus gesetzt, welches man zuvor intallieren muss. Hierauf bin ich weiter unten noch etwas genauer eingegangen.

    ReceiverStop

    Eine weitere interessante App nennt sich „ReceiverStop“. Mit ihr kann man erweiterte Rechte vergeben und zwar in puncto Aufwachen von Apps, wenn gewisse Aktionen statt finden. Beispiel: Die Netzwerk-Verbindung ändert sich von Wifi zu GSM. Das macht meine App „Pocket“ automatisch hellhörig – Sie verbraucht Strom bzw. wird aus dem „Schlafmodus“ geweckt. Ich weiß sie jedoch am liebsten schlafend, wenn ich sie nicht benötige. Also entziehe ich ihr mit „ReceiverStop“ diese Rechte.

    Dies alles bringt nicht so viel. Es ist jedoch ein weiteres Schräubchen, an dem man „drehen“ kann, damit der Akku des Smartphones länger durchhält. Auch für diese App ist das Xposed-Framework die Voraussetzung.

  3. Endlich wieder vollen Zugriff auf die externe SD-Karte

    Ich hatte lange das nunmehr betagte Android „JellyBean“ auf meinem Handy laufen (bis ich mir, dank root, ein „Custom Rom“ mit aktueller Android-Version auf das alte Handy installierte). Beim JellyBean war es noch ganz einfach: Man legt eine externe SD-Karte in das Gerät und nun konnten sowohl Apps auf die Karte schreiben wie man selbst auch, indem man das Handy an den Computer anstöpselte und es einfach als USB-Gerät einbindet, als wäre es eine externe Festplatte.

    Der Nachvolger „KitKat“ war da nicht mehr so tolerant: Ab diesen Android-Versionen (ab 4.4) musste man sich entscheiden: Entweder dürfen Apps ihre Daten auf die SD-Karte auslagern (dann wird sie für den Nutzer selbst nicht mehr zugänglich bzw. zunächst gelöscht). Oder aber man sagt dem System, dass man darauf z. B. Musik und der Gleichen zum reinen Lesen durch andere Apps speichern möchte. Dann kann man sie (bzw. das Handy) auch mittels USB an den Computer anschließen, jedoch nur über das langsamere „MTP“ Protokoll. Vorbei die Zeiten, als die interne SD-Karte bzw. das Android-Handy wie eine normale, rasche externe Festplatte am Rechner erkannt wurde. Doch halt:

    Hat man jedoch Root-Rechte, kann man sich die App „UMS Enabler“ installieren. Sie bringt das gute, alte Einbinden des Handy-Speichers wieder: Das Smartphone wird nun am Rechner wieder wie eine externe Festplatte erkannt. Die Geschwindigkeit des Datenaustausches sollte merklich höher sein.

    Und was ist mit den Apps, die sich beschweren, nicht auf die SD-Karte schreiben zu können? Dann hat man zuvor natürlich die eingelegte SD-Karte als Datenspeicher deklariert und sie steht dem System normalerweise beschreibend nicht mehr zur Verfügung. Beides geht offenbar nicht mehr. Geht es doch: Mit der App „SD fix“ kann man ausgewählten Apps den Zugang zu der externen SD-Karte wieder gewähren. Man muss „SD fix“ je nach eingesetzter Android-Version laden. Da ich derzeit „Marshmallow“ nutze, heißt die App dementsprechend „Marshmallow SD fix“. Hier kann ich dann auswählen, welche Programme auf die SD-Karte schreiben dürfen. »Das kann man doch auch in der internen Android-Rechteverwaltung tun!« mögen Sie vielleicht monieren. Diese bezieht sich aber auf den internen Speicher, nicht auf den externen Speicher der SD-Karte. „SD fix“ setzt allerdings ein zuvor installiertes Xposed Framework voraus.

  4. Firewall

    Beim Smartphone handhabe ich es genau so wie bei meinem PC: Ich benötige eine sogenannte Firewall. Was tut sie? Sie gibt mir eine Meldung, wenn eine App eine Internetverbindung aufbaut. Wozu zum Teufel sollte meine Taschenlampen-App ins Internet? Welche Daten werden da übertragen?
    *
    Dies untersage ich. Auch so kann man bei manchen Programmen übrigens auch die Werbung blockieren. Doch das Verhindern des Aufbaus einer Internetverbindung bestimmter Apps ist ein klarer Systemeingriff, der nur mit Root funktioniert.

    Seit den neueren Android-Versionen ist jedoch bereits eine Rechte-Vergabe integriert. Hier benötigt man eine spezielle Firewall nicht mehr zwingend. Die erste App, die bei mir den Internetzugriff verweigert bekommt, ist meine Tastatur. Denn ansonsten wäre es theoretisch möglich, sämtliche Eingaben (wie auch Passwörter) an einen Server ins Internet zu schicken bzw. dort zu speichern.

    Ich nutze auf dem Handy die Open-Source-App „AFWall+“ als Firewall. Hier blockiere ich sogar die meisten Systemprozesse. Den meisten braucht man tatsächlich keinen Internetzugriff gestatten.

  5. Mehr Privatsphäre: Anderer DNS-Server auch für LTE bzw. das mobile Internet

    Die eben genannte Firewall „AF Wall +“ hat für mich noch eine weitere nützliche Eigenschaft. Mit ihr kann ich nämlich festlegen, dass der sogenannte „DNS-Server“ eben nicht der von meinem Mobilfunkanbieter sein soll. Was macht ein DNS-Server? Nun, er nimmt meine Domain-Namen-Anfragen entgegen und „übersetzt“ diese in IP-Adressen, denn eigentlich besteht das ganze Internet nur aus eben diesen IP-Adressen. Wir sehen sie nur nie. Sie verstehen? Mein Mobilfunkanbieter kennt dann also alle meine besuchten Seiten.
    Bei einer W-LAN-Verbindung ist es immer recht einfach (auch unter Android) einen anderen DNS-Server (als der des Internetanbieters) auszuwählen. Ich trage hier immer den von Digitalcourage ein.
    Dies geht aber nicht mit Boardmitteln für die Mobilfunk-Datenverbindung unter Android. Der Datenschutz-Experte Mike Kuketz stellt hierzu auf seinem Blog ein einfaches Script für die AFWall+ bereit. Es funktioniert! Und ich habe ein bisschen mehr Privatsphäre – zumindest gefühlt.

    DNS-Server mit Werbe-Blocker

    Übrigens: Es gibt auch einige DNS-Server, die von sich aus bereits Werbung (bzw. bestimmte Domains) ausfiltern (also eine gewisse Domain-Blockade beinhalten). Hat man ein Android-Handy ohne Root-Zugriff, kann man mit diesem simplen Trick gewisse Werbung (für alle Apps) blocken, indem man eben in den  Einstellungen der aktuellen Wifi-Verbindung einen solchen DNS-Server einträgt. Dies funktioniert dann aber eben nicht über die mobile Datenverbindung (3G / LTE).
    Profi-Tipp: Trägt man diesen DNS-Server aber gleich in der Konfiguration seines Routers (z. B. FritzBox) ein, enthalten alle Geräte im heimischen W-LAN-Netz gewisse Werbung nicht mehr (also auch Smart-TVs und dergleichen). In diesem Fall ist ein Eintrag in der Android-Netzwerk-Konfiguration nicht mehr notwendig (da ja dann doppelt gemoppelt). Dies aber nur nebenbei – Weiter geht es mit dem Android-Handy mit Root-Zugriff:

  6. Nandroid: Ein komplettes Backup des Betriebssystems anlegen

    Diesen Punkt hatte ich anfangs vergessen und ein Leser meines Blogs wies mich erst darauf hin: Ist das Handy gerootet, dann kann man recht einfach ein komplettes Backup des gesamten Systems anfertigen. Hierbei handelt es sich um eine (komprimierte) Spiegelung, um eine Image-Datei, die man selbst anlegt.

    ein Root beim Handy anlegen

    Wer Root bei seinem Handy hat, der hat zwingend (?) ein sogenanntes „Custom Recovery“ installiert. Ich nutze das bekannte „TWRP“. Dies ist sozusagen ein Betriebssystem vor dem eigentlichen Betriebssystem (Android) und besitzt einige sehr hilfreiche Funktionen. Die beiden wichtigsten Punkte hierbei sind „Backup“ und „Restore“. Das Backup auf dieser Ebene nennt man auch „Nandroid“. Damit fertigt man ein wirklich komplettes Backup des gesamten Systems an (speichern auf der SD-Karte) und kann danach sein Android komplett zerschießen, wenn man mag. Man kann alles ausprobieren, alles installieren. Bootet man danach wieder in TWRP, nimmt man einfach ein „Restore“ vor und hat danach genau wieder das selbe System vor sich, von welchem man zuvor ein Backup gemacht hat. Ich probiere sehr viel am Handy aus und manchmal habe ich nach einiger Zeit seltsame Aussetzer, wo ich nicht weiß, wo sie herkommen. Dann mache ich einfach ein Restore einer älteren Backup-Datei und schon habe ich wieder ein sauberes System.

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    Jüngst funktionierte zum Beispiel die Autorotation nicht mehr. Ich hatte keine Ahnung, woran es lag. In meiner Navi-App ging damit auch die Kompass-Orientierung nicht mehr. Ich wusste nicht, wonach ich suchen sollte, um dem Fehler auf die Schliche zu kommen. Ich machte dann einfach Nägel mit Köpfen: Ich spielte einfach ein etwas älteres Nandroid wieder ein, welches ich vor einigen Wochen anlegte, nachdem wirklich alles auf meinem Android-System funktionierte. Schon hatte ich eine kleine „Zeitreise“ hinter mir – mein System war wieder genau so wie am Tag des Backups.
    Dieses Prinzip nutze ich übrigens auch auf meinem Windows-Computer: Jeder noch so bösartige Virus könnte meinen Rechenknecht zerschießen. Ich habe jederzeit ein vollständiges Backup (auf einem separaten Datenträger) als einzige Image-Datei des gesamten Betriebssystemes mit allen Einstellungen, Programmen und Treibern parat, welches ich (in wenigen Minuten) wieder einspielen kann.
    Irgendwo las ich einmal von jemanden, es wäre ein Bit umgefallen. Man wird dieses wohl nie finden bzw. den nervigen Fehler nicht beheben können: Man spielt dann einfach das (möglichst frische und gute) Nandroid zurück ein und schon funktioniert wieder alles. Hierbei ist es natürlich empfehlenswert, dass man jegliche persönliche Daten auf der externen SD-Karte abgespeichert hat bzw. in eine „Cloud“. Denn alles auf dem Telefonspeicher wird ja beim „Restore“ mit der alten Version überschrieben. Auf diese Art kann man übrigens auch bei gleichen Handys (Computern) ein fertig eingerichtetes Betriebssystem in Windeseile kopieren und muss nicht jedes Mal von Null mit der Einrichtung beginnen. Das geht bei Android-Smartphones aber eben nur mittels einem Zugriff unter Root.

    Um genau zu sein: Solch ein Custom Recovery wie das hier gezeigte „TWRP“ setzt eigentlich kein installiertes Betriebssystem (Android) voraus. Demzufolge ist es nicht ganz richtig, zu behaupten, dass es nur mit einem gerooteten Handy funktioniert. „Gerooted“ ist ja nicht das Smartphone selbst sondern das sich darauf befindliche Android-System. Entfernt man dessen Root-Rechte wieder, läuft das Custom-Recovery weiterhin autark. Um das Custom Recovery jedoch aufspielen zu können, muss zuvor der sogenannte „Boot-Loader“ des Phones entsperrt werden, was sozusagen der erste Schritt für ein Root ist.

  7. Whatsapp auf zwei Handys gleichzeitig installieren

    Hinweis: Diese Angelegenheit ist recht störanfällig. So hatte ich das Gefühl, dass manche Nachrichten nicht mehr ankamen und Nachrichten mit Medieninhalten (Tonaufnahmen, Videos) wurden nicht mehr versendet. Dies muss jeder für sich selbst ausprobieren.


    Was viele sich wünschen, ist, dass man WhatsApp mit dem selben Konto auf zwei Handys gleichzeitig / parallel laufen lassen kann. Das funktioniert normalerweise nicht, da Whatsapp bei jeder Installation die Telefonnummer der eingelegten Sim-Karte abfragt und an diese das Konto bindet.

    Ist man jedoch auf beiden Smartphones Root, kann man sich hier mit einem Trick behelfen: Man installiert auf dem ersten Handy Whatsapp ganz normal und richtet es ein. Nun installiert man die App „Titanium Backup“. Mit dieser kann man von jeder App ein Backup von jedem Programm anfertigen und dieses z. B. auf einem anderen Smartphone wieder einspielen – inklusive aller Daten und Einstellungen. Jetzt merken Sie, worauf ich hier hinaus möchte: Auf dem zweiten Telefon (ebenfalls Root) wird gleichfalls Titanium Backup installiert und die Backup-Daten (von WhatsApp) des ersten Handys übertragen. Als nächstes fertigt man auf dem zweiten Gerät einfach ein „Restore“ von Whatsapp an. Ergebnis: Auf beiden Handys läuft nun Whatsapp mit dem selben Konto, mit den selben Kontakten und Gruppen. Zu Fehlermeldungen kommt es nicht.

    Kleiner Wermutstropfen: Beide Whatsapp-Varianten sind untereinander nicht synchronisiert. Das heißt, senden Sie auf Handy A eine Nachricht, so erscheint diese nicht auf Handy B. Auch besitze ich für diesen Trick keine Langzeiterfahrung. Bestehende Chats funktionieren aber auf beiden Smartphones.

    Durch das Umgehen der eigentlichen Installationsroutine kann man Whatsapp also auch gleichzeitig auf zwei unterschiedlichen Handies mit dem selben Konto nutzen und umgeht durch das Einspielen des App-Backups die Installationsroutine, die die Telefonnummer abfragt.
    Apropos: Mit dem Xposed-Framework kann man durch bestimmte Module auch einige Whatsapp-Funktionen tweaken. Die Sache ist allerdings (wie vieles auf diesem Gebiet) recht experimentell und kann ab der nächsten Version schon nicht mehr funktionieren. So wäre es z. B. möglich, dass man zwar sehen kann, wann andere die eigenen Nachrichten gelesen haben. Die eigene Aktivität jedoch kann verheimlicht werden. Dies hatte bei mir allerdings nicht funktioniert und ob des geringen Nutzens hatte ich hier nicht weiter herum experimentiert. Auch für andere Apps / Spiele gibt es hier gewisse Schummelmodule – wie z. B. für Pokemon Go oder für das Quizduell.

  8. Eine neue Android-Version aufspielen

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    Die meisten Hersteller versorgen ihre Geräte noch für einen bestimmten Zeitraum mit offiziellen Updates. Danach ist aber schnell Schluss, denn die Hersteller sind ja daran interessiert, wieder neue Geräte zu verkaufen. Mein Smartphone ist drei (edit: jetzt fünf) Jahre alt und reicht mir von der „Hardware“ völlig!

    Ich hätte jedoch gerne ein aktuelles Android, welches es offiziell nicht für mein Handy gibt. Doch es gibt Programmierer, die inoffizielle „Mods“ anbieten. Zum flashen eines solchen neuen Betriebssystems ist weniger ein Root-Zugriff (für die derzeitige Rom) zwingend Voraussetzung. Aber der Bootloader muss entsperrt sein bzw. ein Custom-Recovery (z. B. TWRP) muss installiert sein.
    So habe ich mir die zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Absatzes aktuelle Android-Version „Marshmallow“ mit etwas PC- und Smartphone-Kenntnisen auf meinem alten gerooteten Huawei installieren können, auf dem es eigentlich nur das betagte „Jelly Bean“ gibt. Zuvor hatte ich natürlich mittels dem besprochenen „Nandroid“ ein sauberes Backup der alten Version angelegt. Auf diese musste ich, als Nachtrag, auch wieder zurück greifen, denn das Custom-Rom lief leider nicht so sauber, wie ich anfangs dachte. Nach weiterer Recherche und etwas ausprobieren konnte ich dann aber doch eine hübsche (einigermaßen kompatible) Custom Rom auf Basis eines aktuelleren Android für mein altes Smartphone installieren.

    flashen einer alternativen ROM
    So sieht es aus, wenn man dank eines zuvor installierten Custom Recoverys eine neue Zip-Datei flasht, die ein gänzlich neues Betriebssystem enthält. Nach dem Neustart hat man dann ein ganz anderes (moderneres) Betriebssystem auf dem Mini-Computer. Neu muss allerdings nicht immer gleich besser heißen:

    Wenn Sie einmal von meinen Erfahrungen lesen möchten: Nachteile und Vorteile einer Custom Rom

  9. System-Apps und Bloatware löschen

    Nur, wenn man Administratorrechte besitzt, kann man direkt unter Android auch Apps vom Handy löschen, welche eigentlich nicht löschbar sind. Dies sind die vom Hersteller festgelegten System-Apps. Einige davon werden auch als „Bloatware“ bezeichnet: Sie blähen sich sozusagen auf und belegen nur unnötig Speicherplatz (bloat = englisch für „blähen“). Außerdem sind oft Dienste installiert, die man vielleicht nicht benötigt, die ggf. aber stets im Hintergrund laufen bzw. an der knappen Akku-Kapazität nagen (z. B. der Samsung Push-Service).

    Zum Löschen dieser Programme benötigt man spezielle Apps wie z. B. „Titanium Backup“ oder einfach einen Datei-Explorer (z. B. den ES-Explorer), welcher auch die Root-Funktionalität unterstützt. Wenn dies nicht funktioniert (wie bei meinem Handy), dann nutzt man den Dateimanager des Custom Recovery (welches man ja zuvor für den Root eh installieren- bzw. „flashen“ musste). Für das Löschen via Dateimanager begibt man sich dann in das System-App-Verzeichnis von Android (→ / → System → App). Nun kann man sich tatsächlich wie die Axt im Walde verhalten bzw. alle unliebsamen Programme löschen. Hier sei freilich ein Wort der Vorsicht angebracht: Schnell löscht man dann eine System-App, die wichtig für gewisse Prozesse ist. So sollte man nicht „GmsCore“ löschen, denn dies sind die Google Play Dienste, die für andere Apps wichtig sind. Sie stellen also so eine Art „Framework“ dar. Alle anderen Google-Apps hatte ich bei mir gelöscht Auch eine wahrlich riesige (und für mich unnötige) Wetter-App konnte ich so erfolgreich entfernen.

    Vor dem Löschen von System-Apps fertige ich sicherheitshalber ein Nandroid-Backup an. Funktioniert später irgend etwas nicht mehr korrekt, spiele ich das Backup einfach wieder ein.

  10. Das Google-Herz löschen

    Mein Android-Handy ist googlefrei! Klar: die vielen Apps des Software-Riesen kann man recht einfach entfernen (siehe der vorherige Abschnitt). Eine Besonderheit stellen jedoch die sogenannten Play-Dienste dar: Dies ist eine Art Framework, auf welches manch andere App Zugriff haben muss. Sonst funktioniert sie nicht. Beispiel: Ohne Play-Dienste funktioniert die Smartphone-Ortung via Funkmasten nicht mehr. Man ist dann auf die GPS-Funktion („nur Gerät“) angewiesen. Das ist zwar viel genauer, verbraucht aber etwas mehr Strom und funktioniert kaum im Innern von Häusern.
    Die Alternative heißt MicroG. Natürlich benötigt man zum Löschen des Google-Herzens Root-Zugriff und zum Installieren der (winzigen) MicroG-Dienste ebenso einen solchen. Zusätzlich muss man „FakeStore“ installieren sowie auf vielen Handys „FakeGapps“. Für beides benötigt man Root und für letzteres noch das „Xposed Framework“, auf das ich etwas weiter unten noch eingehe. Dank MicroG funktionieren bei mir wieder genau die Programme, die eigentlich die Play-Dienste benötigen (z. B. die Bahn-App = DB Navigator oder die beliebte App „Warnwetter“).

    Sie Interessieren sich für mehr Privatsphäre? Lesen Sie auch meinen Artikel: Tschüss Google.

  11. Android als Netzwerkspeicher anbieten

    Vielleicht nutzen Sie daheim ein eigenes Netzwerk: Mehrere Windows-, Apple- und Linuxcomputer können so ganz einfach Dateien austauschen – Und zwar, indem sie als Netzwerkcomputer im jeweiligen Dateiexplorer der anderen Geräte auftauchen (siehe Screenshot unten). Mit einem Android-Handy kann man zwar auf die Dateien der anderen Computer zugreifen (z. B. mit dem oben bereits erwähnten „ES-Explorer“ oder einem anderen Dateimanager mit Netzwerk- bzw. „SMB-Funktionalität“). Das Handy selbst kann jedoch zunächst nicht im Netzwerk eingebunden werden bzw. sich selbst als Speicher anbieten.

    Abhilfe schafft hier z. B. die App „SambaDroid„. Man aktiviert sie und ruft dann im Dateimanager eines anderen Rechners, welcher sich im selben Wifi-Netzwerk befindet, einfach „\\SAMBADROID“ (oder die entsprechende IP-Adresse des Telefons) auf und schon bekommt man den Inhalt der SD-Karte (oder je nach Konfiguration bestimmte Ordner) z. B. im Windows-Explorer angezeigt. Ein lästiges USB-Kabel ist zum Editieren dieser Dateien bzw. zum Dateiaustausch nicht mehr nötig. Auch nicht mehr nötig sind all die Apps, die solch eine Funktionalität zwar ohne Root anbieten. Dabei wird jedoch ein Umweg über das Internet gegangen bzw. über irgendwelche fremde Server! Mittels Samba bleiben Ihre Daten aber stets im heimischen Netzwerk. Der Datenaustausch geht somit freilich auch viel schneller.

    Handy im Netzwerk freigeben

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    Durch ein solch extralanges Ladekabel (3 Meter) kann man das Smartphone weiterhin vom Sofa aus nutzen, während es an der Steckdose hängt. Ich nutze so ein langes Lade- bzw. Datenkabel sehr häufig, wenn ich auf Reisen in der Unterkunft das Handy ähnlich wie meinen Laptop z. B. zum langen "Browsen" nutze.

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    Auf diesem Screenshot sieht man es sehr schön: Ich habe zwei Handys mittels W-LAN mit meinem Heimnetzwerk („Oma Online“) verbunden. Auf beiden Smartphones läuft der Dienst „SambaDroid“. Sie befinden sich damit automatisch in der Standard-Arbeitsgruppe „Workgroup“, wie auch alle anderen Geräte (ich habe deren mehrere, wie man sieht). Im Windows-Explorer tauchen alle verfügbaren Netzwerkgeräte auf und ich kann auf den je freigegebenen Speicher ganz bequem zugreifen! Mit einem Android-Dateimanager, welcher auch das Netzwerk auslesen kann (ES-Explorer) kann ich so natürlich auch Daten von einem Handy auf das andere schreiben bzw. lesen.
    Freilich hatte ich der Sicherheit wegen je ein Passwort vergeben. Man kann dies aber auch weglassen. In der Pro-Version von SambaDroid kann man auch noch spezielle Nutzerrechte anlegen. Das brauche ich alleine aber nicht. Hauptsache, sie sind im eigenen Netzwerk „online“ und ich kann ohne Kabel auf die jeweiligen SD-Karten zugreifen (ohne servergebundene Apps und spezielle Windows-Programme). Das geht meines Wissens nach nur, wenn die Smartphones gerootet sind.

    Ein altes Handy als Heimserver nutzen

    Das Einbinden eines Handys als vollwertiges Netzwerkgerät bietet auch einen Vorteil für alte, ausrangierte Smartphones: Man entfernt aus diesem zunächst einmal die Batterie und schließt ein hochwertiges (sicheres) Netzteil bzw. Ladegerät an. Dann richtet man Sambadroid darauf ein und nutzt zudem eine möglichst große SD-Speicherkarte. Schon hat man einen sehr günstigen, absolut stromsparenden Heimserver! Dann kann der Sohnemann zum Papa sagen: »Ich habe dir eben mal was auf unseren Heimserver geschickt.« Das ist doch toll, oder?
    So ein altes Smartphone bekommt man ja mittlerweile für ca. 30 € gebraucht über Ebay. Es muss nichts können, außer dass man den Akku entfernen kann (damit dieser nicht gar durch die permanente Stromversorgung explodiert; Alternative → dieser Tipp), es W-LAN unterstützt (das können wohl alle) und man eine SD-Karte einsetzen kann, wenn man viel Speicherplatz wünscht. Und, natürlich: Man sollte vorher im Internet nachsehen, inwiefern (bzw. wie leicht) sich das alte Smartphone rooten lässt.
    Tipp: bei der Verwendung eines alten Smartphones als Mini-Server ist darauf zu achten, dass in den Wifi-Einstellungen die Standby-Funktion deaktiviert ist. SambaDroid bietet jedoch auch die Funktion an, das W-LAN während des Betriebes aktiv zu halten.

    Bei der Gelegenheit kann man es auch noch als Netzwerk-Überwachungskamera einsetzen: Eine entsprechende App macht in regelmäßigen Zeitabständen Fotos und speichert sie auf der SD-Karte. Dank der Netzwerkanbindung kann man sich diese Bilder dann auf allen anderen Computern im Heimnetz ansehen. Gibt man dieses Handy an seinem Router für den Zugriff aus dem Internet frei, ist dies sogar von überall aus der Welt (außer aus Nordkorea natürlich) möglich. Idealerweise nutzt man dann aber einen „DynDNS-Dienst“, damit man nicht jedes mal die aktuelle Außen-IP-Adresse des Routers in Erfahrung bringen muss:

  12. Ein altes Handy als Überwachungskamera effizient nutzen

    OK: Es gibt Überwachungskamera-Apps. Das geht ganz einfach: Man installiert sie und fortan sendet das Handy das Videosignal ins heimische Netzwerk. Gibt man die IP des Smartphones im hauseigenen Router frei, ist die Überwachungskamera auch von außen aus dem internet erreichbar. Nutzt man zusätzlich noch einen DYNDNS-Service (bei meiner FritzBox kann man das einstellen), so ist diese externe Erreichbarkeit auch immer unter der selben Adresse (z. B. olaf.offlein.dyndns) gewährleistet. Alles mit einem normalen Handy und einem normalen Router daheim realisierbar.

    Problem: Um das Smartphone als Überwachungskamera zu nutzen, muss es ständig aktiv sein! Es verbraucht also permanent Strom und der Akku geht schnell zuneige. Ich triggere das Telefon von extern und nur dann geht es an bzw. startet die Überwachungskamera-App. Hierzu nutze ich das feine Programm „Tasker“ und das Plugin „Secure Settings“. Durch letzteres kann ich das Handy aktivieren / den Bildschirm einschalten, wenn eine SMS eingegangen ist: Ich sitze also im Strandkorb, schicke meinem anderen Handy eine SMS, dies bewirkt, dass 1. der Bildschirm angeht, 2. die W-LAN-Verbindung zum Router aktiviert wird, 3. die Überwachungskamera-App angeht und das Videosignal ins Internet „Streamt“. Am anderen Ende der Leitung schaue ich es mir an. Nach z. B. 2 Minuten wird die Kamera-App automatisch geschlossen, Wifi deaktiviert, der Bildschirm ausgeschaltet und das Überwachungs-Handy kann wieder schlafen gehen. Solche Befehle (insbesondere das Aufwecken) sind nur via Root-Zugriff möglich.

    Dies ist sinnvoll, wenn man im Urlaub ab und zu einmal schauen möchte, ob daheim alles in Ordnung ist, nicht für eine permanente Überwachung. Für letztere braucht man kein Root: Hier braucht man das Handy ja nur mit einer permanenten Stromversorgung verbinden und es durchgehend aktiviert lassen. Damit der interne Akku dadurch nicht überlastet wird, kann man (dann allerdings nur via Root-Zugriff) den eben bereits schon angesprochenen Trick anwenden bzw. das reine Aufladen deaktivieren.

  13. Xposed Framework: Plugin-Schnittstelle

    eine andere Ladeanzeige auf dem Smartphone
    Ich habe mir durch ein Xposed Framework einfach ein Modul für eine Empfangs- und Ladeanzeige wie auf dem Iphone installiert.

    Eine weitere, sehr interessante App, die nur auf gerooteten Smartphones läuft, ist das sogenannte „Xposed Framework“. Dies ist sozusagen eine Schnittstelle, welche es erlaubt, Plugins zu installieren, die tief in das System des Root-Smartphones eingreifen. Denn das Xposed Framework selbst bringt keine Funktionalität mit. Es stellt eben nur eine gewisse Öffnung des Betriebssystem bereit.

    Und genau an diese Schnittstelle können nun eine Vielzahl an Plugins andocken, welche Funktionen bereit stellen, die normale Apps system- und rechtebedingt nie leisten könnten. So lässt sich zum Beispiel das Ausschalt-Menü des Handys mit weiteren Punkten erweitern oder man installiert ein Modul, welches erlaubt, dass zwei Apps nebeneinander auf dem Bildschirm angezeigt werden können. Letzteres ist bei Tablets sehr interessant, wird aber rein offiziell von Android nicht unterstützt (Edit: das Android „Nougat“ bringt diese Funktion der zwei Fenster mit sich). Es gibt hier aber noch viele weitere Module und einige Lösungen, welche selbst eine Vielzahl an Einstellungen besitzen.

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    Ich selbst habe nämlich auf meinem aktuellen Smartphone das Problem, dass aktuelle „Custom Roms“ (also inoffizielle Android-Versionen) zwar installierbar sind und gut laufen. Irgend etwas saugt mir aber nachts den Akku massiv leer, so dass ich notgedrungen wieder auf die „Stock Rom“ (Standard-Installation) downgraden musste. Doch kein Problem: Durch das Xposed Framework installiere ich mir einfach die Custom-Rom-Vorzüge mittels den Modulen auf meinem (stabil laufenden) Standard-Android.

    Hinweis: Ab Android Oreo (8) wurde es schwieriger mit dem Installieren von Xposed. Nutzt man als Root-Verwaltung „Magisk“, geht es bei mir über Umwege (über ein zusätzliches Magisk-Modul). Android 9 (Pie) wird von Xposed leider offenbar gar nicht unterstützt.

    Strom sparen mit Xposed

    Nun sind es viele kosmetische Hacks, die man mit dem Xposed-Framework bei einem Handy mit „Root“ durchführen kann. Richtig sinnvoll wird es aber, da man hierdurch auch Module installieren kann, die tatsächlich Strom sparen- bzw. sehr den Akku schonen können:

    • Man kann ein Modul installieren („Smart Network“), welches das Handy einfach in den (stromsparende) einfache GSM-Modus umschaltet, wenn der Bildschirm aus ist! D. h. telefonieren ist bei GSM ganz normal möglich. Das Internet ist jedoch schleichend lahm. Aber wozu eine schnelle Datenverbindung, wenn der Bildschirm eh aus ist?
    • Man kann ein  Exposed-Modul installieren („Amplify“), welches die sogenannten „Wakelocks“ reduzieren kann. Diese „Wakelocks“ sind Aufwach-Momente, wenn das Handy bei ausgeschaltetem Bildschirm z. B. die aktuelle Position abfragt – und dies jede 60 Sekunden. Diese Prozesse kann man umstellen, dass deren Arbeits-Frequenz nicht so häufig stattfindet. So kann natürlich bei Handys mit Root weiter Strom gespart werden.
  14. Das volle Aufladen des Akkus automatisch stoppen

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    Nur wenn Sie Root sind, können Sie Ihren Androiden dazu bringen, sich nicht über Gebühr am Nektar des Ladegerätes zu laben. Ein voller Bauch auf Dauer schadet schließlich der Gesundheit. Ihr Smartphone (bzw. dessen interner Akku) wird wesentlich länger in gutem Zustand bleiben, wenn Sie auf permanente 100%-Ladungen verzichten.

    Natürlich können Sie beizeiten das Ladekabel entfernen. Doch dies vergisst man häufig. In diesem Artikel stelle ich zwei Möglichkeiten vor, mittels welchen Sie ganz automatisch den Ladevorgang bei z. B. gesunden 85% stoppen lassen können, ohne dass Sie dafür auch nur einen Finger krumm machen müssen.

  15. Sound-Dateien ändern

    Für einen weiteren Zweck bin ich glücklich, dass ich mein Handy einen Root durchführen konnte: Dadurch kann ich nämlich die internen Sound-Dateien ändern, löschen bzw. ersetzen, die mein Android für den täglichen Betrieb nutzt – Also solche Geräusche, die beim Anschalten des Bildschirmes, beim Ändern der Lautstärke usw. auftreten. Manche nerven mich nämlich ungemein. Insbesondere ist es das Geräusch, welches die Kamera-App macht! Ich möchte nämlich eine stille Kamera haben.

    Und hierfür löscht man einfach die Sounddatei, welche eben dieses Geräusch ausgibt: Man begibt sich mit einem Dateiexplorer in genau das Verzeichnis von Android, wo sich die Systemtöne befinden → „/system/media/audio“. Dort sucht man nun die entsprechende Datei bzw. hört sich alle einmal an. Dank gerootetem Handy kann man diese Mediendateien löschen! Besser ist es noch, die entsprechenden mit „stillen“ Audiodateien auszutauschen, welche den selben Dateinamen (und Dateiart) besitzen. Genau so gut kann man solche Tondateien auch mit schöneren ersetzen. Nach einem Neustart erklingen nun diese anstatt derjenigen, die das ROM eigentlich ursprünglich mit sich brachte.

  16. Mehr Privatsphäre: Mehr Berechtigungen stoppen

    Gut: Ab Android KitKat kann man gewissen Apps gewisse Berechtigungen entziehen – doch wahrlich nicht alle! Abhilfe schafft das Programm „XPrivacyLua“. Wussten Sie, dass z. B. die App „DB Navigator“ die Telefondaten auslesen möchte? Dies wird für den normalen Betrieb nicht benötigt. Ich habe den Zugriff via XPrivacyLua deaktiviert. Viele weitere Anwendung möchten Zugriff auf so manche Funktionalität haben. Stellen Sie sich vor, Ihr Feed-Reader möchte vielleicht Zugang zur Kamera haben, während Sie morgens auf dem Thron die „Zeitung“ lesen. Derlei Dinge lassen sich im Detail nur mit Root-Zugriff deaktivieren (die Kamera gehört nicht dazu, sie lässt sich auch in den „normalen“ Berechtigungen von Android deaktivieren).

Das war es schon bei mir

Mir fällt an dieser Stelle nichts mehr ein, wozu man Root beim Handy noch benötigt. Ich denke, für die meisten Benutzer ist solch ein „Aufbohren“ des Android-Smartphones völlig irrelevant. Als Spielkind ist es mir persönlich recht wichtig. Ich könnte zur Not jedoch darauf verzichten. Doch insbesondere die Möglichkeiten, dass man bei so einem  „frei geschaltetem“ Android-Smartphones echte Stromspar-Apps installieren kann, lässt mich zum Entschluss kommen: Root ist zwar nicht nötig, aber durchaus sinnvoll. Und: Nur mit einem gerooteten Handy können Sie sicher gehen, nicht ausspioniert zu werden, indem Sie App-Berechtigungen setzen oder gar Google komplett deinstallieren.

Haben Sie weitere Vorschläge, für welche Anwendungen ein gerootetes Smartphone wichtig ist?

Argumente gegen Root

Nun noch einige Gegenargumente was einen absoluten Administratorzugang auf einem Android-Handy betrifft:

Dies waren zunächst meine Gegenargumente. Vermutlich werden mir in Zukunft noch weitere einfallen. Fallen ihnen noch einige Argumente für oder gegen ein Rooten von Android ein?

Artikeldatum: 25.05.2016 / letzte Änderung: 29. September 2019

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10 Anmerkungen

Hinweis: Auch wenn in den Texten alles sehr förmlich gehalten ist: Ich bin durchaus ein Freund des Du und freue mich über Kommentare.

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