Blickschutz für das Handy

Sichtschutzfolie für das Smartphone: Das funktioniert tatsächlich

Wenn man im Bus, im Warteraum oder im Bundestag jemanden neben sich sitzen hat, der nicht unbedingt sehen soll, was man selbst auf dem Handy sieht, empfiehlt sich eine Sichtschutzfolie auf dem Display des Smartphones. Ich habe eine solche ausprobiert.

Wenn ich im Zug sitze, kann ich nicht selten die Chats mitlesen, die meine Sitznachbarn vor sich auf dem Handy-Display haben. Es gibt jedoch eine ziemlich einfache Lösung, neugierige Mitleser wie mir keinen Einblick mehr zu gestatten und für etwas mehr Datenschutz zu sorgen: Mit einer Sichtschutzfolie, die gleichzeitig auch als Displayschutz bei Sturzschäden oder zumindest vor Kratzern schützt.

Bei meinem Modell handelt es sich sogar um ganz dünnes Glas. Dies hat neben einem optischen Vorteil auch den Nutzen, dass es sich viel besser auf dem Smartphone-Display (ohne Luftblasen) anbringen lässt. Aber sehen Sie selbst:

2 Smartphones von der Seite aus gesehen, liegend, eines mit Sichtschutz-Folie und dunkel erscheinendem Bildschirm und eines ohne Sichtschutz

Für dieses Bild hatte ich mein Smartphone bei aktiver Messenger-App zweimal schräg von der Seite aus fotografiert – einmal mit Display-Sichtschutzfolie und einmal ohne. Der Bildschirm war bei jeder Aufnahme gleich hell. Der Unterschied ist eindeutig: Durch das zusätzliche Blickschutz-Glas ist es von der Seite aus nahezu unmöglich, den Bildschirminhalt auf dem Handy zu erkennen. Es scheint fast so, als wäre der Bildschirm schwarz. Die Sache funktioniert erstaunlich gut.

Bei der unteren Abbildung sieht man sehr gut den eigentlich sehr hellen Bildschirm, wenn man sich das Löchlein für die Kameralinse anschaut: Dort scheint der weiße Bildschirm noch etwas durch, weil das Loch der Sichtschutzfolie hier etwas größer ist.

Ich hatte später dann auch eine Aufnahme einer direkten Draufsicht auf den Bildschirm angefertigt:

Smartphone von oben aus gesehen, liegend mit Browser geöffnet

Hier sieht dann alles normal aus. So muss es ja auch sein. Würde man den Blickwinkel jedoch etwas verändern, würde das Display immer weiter dunkler erscheinen (je nach Blickwinkel).

Die Sache hat aber auch Nachteile:

Smartphone auf hellem Hintergrund mit schräg aufgelegter Display-Schutzfolie mit Sichtschutz-Effekt

Das Sichtschutzglas für das Handy ist ja in gewisser Weise ein Filter (wie bei Foto-Objektiven) und er schluckt daher etwas Licht. Will sagen: Die Gesamthelligkeit des Bildschirms ist damit dann immer etwas dunkler und man muss die Helligkeit am Smartphone / IPhone entsprechend höher einstellen. Dies wiederum verbraucht dann etwas mehr Strom.

Bei der oberen Abbildung sieht man den Helligkeitsunterschied bei meiner Blickschutz-Folie recht gut. Ich nutze hier eine recht günstige (ca. 10 Euro). Vielleicht gibt es hier noch hochwertigere, die das Display weniger stark abdunkeln.

Wie funktioniert das Ganze? Das Sichtschutzglas besitzt ein mikroskopisch feines Raster oder Längsrillen. Man spürt mit den Fingern auch eine ganz leicht samtene Oberfläche. Von oben gesehen sieht man dies nicht. Von der Seite betrachtet jedoch sieht man sozusagen die Kanten dieser Rillen. Das kann man sich wie bei einem Gebirge vorstellen: Fliegt man mit dem Flugzeug darüber, sieht man unten die grüne Wiese zwischen den Bergen. Steht man aber daneben, sieht man diese vor lauter Bergen nicht.

Bei weißem Bildschirm, wenn man ganz genau hinsieht, erkennt man ein feines Raster – zumindest bei meinem Blickschutzglas. So eine Folie ist also nicht für Menschen sinnvoll, die auf die Abbildungsqualität eines hochwertigen Bildschirms sehr viel Wert legen.

Dieses Glas / die Folie kann man natürlich jederzeit wieder entfernen. So etwas wird für viele aktuelle Smartphone-Modelle (Android / Iphone) angeboten. Mein Model besteht aus hauchdünnem Glas. Hier gelang das Aufbringen sehr einfach. Natürlich muss dies in einer absolut staubfreien Umgebung erfolgen und das Display muss sauber sein (Es lagen meinem Modell Alkohol-Pads bei). Zunächst gab es tatsächlich einige Luftblasen, die man aber heraus massieren konnte. Nach ca. 10 Stunden war auch eine hartnäckige am Rand verschwunden.


Vor einer Sache schützt so ein Sichtschutz für das Handy jedoch nicht: Wenn ich im Zug hinter jemandem sitze und der Person sozusagen über die Schulter schaue. Denn hier schaue ich ja aus dem selben Blickwinkel auf das Display wie der Eigentümer des Smartphones.

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